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Noch nie arbeiteten in der Schweiz mehr Menschen

Zum ersten Mal überhaupt gehen über 5 Millionen Menschen einer bezahlten Arbeit nach. Aber auch die Zahl der Erwerbslosen steigt.

Die Erwerbslosenquote ist auf 4,7 Prozent gestiegen: Stellensuchender. (Archivbild)
Die Erwerbslosenquote ist auf 4,7 Prozent gestiegen: Stellensuchender. (Archivbild)
Martin Rütschi, Keystone

In der Schweiz arbeiten so viele Leute wie noch nie zuvor. Die Zahl der Erwerbstätigen liegt bei etwas mehr als fünf Millionen. Zum Anstieg beigetragen haben vor allem Grenzgänger, Ausländer und Frauen.

5,004 Millionen Erwerbstätige zählte die Schweiz im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Das ist ein halbes Prozent mehr als vor einem Jahr – und neuer Rekord, wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Statistik (BFS) am Donnerstag der SDA sagte. Stark zum Anstieg beigetragen haben die Grenzgänger, die Ausländer und die Frauen, wie aus einer Mitteilung des BFS vom Donnerstag hervorgeht. Die Zahl der Grenzgänger stieg innerhalb eines Jahres um 3,8 Prozent.

Bei den in der Schweiz wohnhaften ausländischen Arbeitskräften stieg vor allem die Zahl jener mit einer befristeten Aufenthaltsbewilligung. Hier betrug der Anstieg innerhalb eines Jahres 2,5 Prozent. Um 2,1 Prozent stieg derweil die Zahl der ausländischen Erwerbstätigen mit unbefristeter Niederlassungsbewilligung. Rückläufig war hingegen die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung. Sie sank um 2,3 Prozent.

Häufiger erwerbstätig sind zudem die Frauen: Die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen stieg um 0,7 Prozent, während der Zuwachs bei den Männern nur 0,4 Prozent betrug.

229'000 Menschen erwerbslos

Neben der Zahl der Erwerbstätigen ist aber auch die Erwerbslosenquote im vierten Quartal 2015 angestiegen, auf 4,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 4,1 Prozent. Während sie in der Schweiz stieg, sank sie in der EU im gleichen Zeitraum von 10,0 auf 9,1 Prozent. In Zahlen ausgedrückt, waren in der Schweiz im vierten Quartal 229'000 Menschen erwerbslos. Das sind 32'000 mehr als vor einem Jahr.

Die quartalsweise veröffentlichte Erwerbslosenquote ist nicht zu verwechseln mit der monatlichen Arbeitslosenquote des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Auch wenn die Arbeitslosenquote in der Öffentlichkeit mehr Beachtung findet, ist die Erwerbslosenquote für viele Ökonomen aussagekräftiger.

Erwerbslosenquote generell höher als Arbeitslosenquote

Denn die Arbeitslosenquote erfasst nur Personen, die bei den regionalen Arbeitsvermittlungsämtern (RAV) als arbeitslos registriert sind. Dagegen erfasst die Erwerbslosenquote die Arbeitslosen nach dem Standard der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und ist damit länderübergreifend vergleichbar.

Gemäss ILO gilt als arbeitslos, wer ohne Arbeit ist, in den letzten vier Wochen aktiv nach einer Stelle gesucht hat und zur Aufnahme einer Tätigkeit innerhalb von zwei Wochen verfügbar wäre. Aufgrund dieser Bemessungsunterschiede liegt die Erwerbslosenquote meist höher als die Arbeitslosenquote.

SDA/ofi

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