Zum Hauptinhalt springen

Nur noch überflüssig

In jüngster Zeit hat sich das Bild von einem Uefa-Chef verfestigt, bei dem nicht nur die Haare wirr sind, sondern auch seine Gedanken.

Einen kleinen Erfolg zum Ende der letzten Woche trug die Uefa doch noch davon. Sie konnte sich auch für die nächsten beiden Fussball-WM 13 Startplätze für die europäischen Mannschaften sichern.

Ansonsten waren es Tage zum Vergessen für die Union des Associations Européennes de Football aus Nyon, für den bedeutungsvollsten und reichsten Kontinentalverband der Fifa. Nichts von dem, was sie gewollt oder gewünscht, angekündigt oder angedroht hatte, setzte sie durch. Nichts gelang ihr, um Sepp Blatter an der Spitze der Fifa zu verhindern.

Seit 2007 ist Michel Platini ihr Chef. Anfänglich wurde er gerne gesehen, weil er sich unbeschwert gab. Es konnte schon auch einmal vorkommen, dass er mit offenem Hosenladen zum Interview kam.

Letztes Jahr dann sah er sich zum Präsidenten der Fifa berufen. Nur er könne Sepp Blatter schlagen, verkündete er. Er trat nicht an – natürlich nicht, weil er wusste, dass er gegen Blatter chancenlos ist.

In jüngster Zeit hat sich das Bild von einem Platini verfestigt, bei dem nicht nur die Haare wirr sind, sondern auch seine Gedanken. Am Sturz Blatters arbeitete er ohne Strategie. Dazu passte perfekt, dass er in der Not auf den kraftlosen Prinzen Ali setzte. Dummerweise vergass er, dass Ali kurz zuvor aus der eigenen Konföderation abgewählt worden war.

Platini drohte wegen der Ermittlungen gegen Fifa-Funktionäre, dass die Uefa den Fifa-Kongress boykottiere. Er liess sogar durchblicken, die Uefa könnte sich überlegen, die WM zu bestreiken, falls Blatter gewählt werde. Gedankenlos wie Blatter in den schlechtesten Tagen plapperte er vor sich hin. Seine Uefa nahm brav am Kongress teil. Und vielleicht bemerkt er noch, wie kopflos sein Gerede von einem WM-Boykott der Europäer ist: Auch Russland gehört zu Europa und wird kaum willens sein, dem eigenen Anlass fernzubleiben.

Am Ende dieser Woche trifft sich die Uefa-Spitze in Berlin, um sich wegen des schwer belasteten Verhältnisses mit der Fifa zu beraten. Platini wird auch diese Sitzung leiten. Dabei kann es nach so viel Dilettantismus, wie er ihn offenbart hat, nur eine Erkenntnis geben: Er ist als Chef eine Fehlbesetzung.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch