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«Ob Rechtsextremer oder Jihadist, ein Einzeltäter ist sehr schwer erkennbar»

Ein rechtsextremer christlicher Fundamentalist ist der Attentäter von Norwegen. Haben die Nachrichtendienste die Gefahrenlage verkannt? Felix Endrich, Chef Kommunikation des Nachrichtendienst des Bundes, im Interview.

Ein undatiertes, dem Attentäter zugeschriebenes Youtube-Video mit antiislamischen und antimarxistischen Tiraden enthält drei Fotos. Auf diesem ist Anders Behring Breivik mit einem Hightech-Gewehr im Anschlag zu sehen. (23. Juli 2011)
Ein undatiertes, dem Attentäter zugeschriebenes Youtube-Video mit antiislamischen und antimarxistischen Tiraden enthält drei Fotos. Auf diesem ist Anders Behring Breivik mit einem Hightech-Gewehr im Anschlag zu sehen. (23. Juli 2011)
AFP
Weitere Auszüge aus dem Manifest des Attentäters: Anders Behring Breivik in Uniform...
Weitere Auszüge aus dem Manifest des Attentäters: Anders Behring Breivik in Uniform...
Keystone
Der Täter vertritt rechtsradikales, christlich-fundamentalistisches Gedankengut. Die Polizei hatte ihn gemäss eigener Aussage aber nicht auf dem Radar gehabt. Im Bild: Breiviks Wohnhaus. (22. Juli 2001)
Der Täter vertritt rechtsradikales, christlich-fundamentalistisches Gedankengut. Die Polizei hatte ihn gemäss eigener Aussage aber nicht auf dem Radar gehabt. Im Bild: Breiviks Wohnhaus. (22. Juli 2001)
AFP
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Herr Endrich, als noch nicht bekannt war, dass ein rechtsextremer und christlich-fundamentalistischer Norweger die Attentate in Oslo und auf der Insel Utoya verübt hat, hiess es vorschnell, hinter der Tat steckten Islamisten. Hat man bei der Analyse der möglichen Bedrohungen den Fokus falsch gesetzt?

Diese Frage kann ich nur aus Sicht des Schweizer Nachrichtendienstes beantworten. Wir haben einen gesetzlichen Auftrag. Wir sind gemäss dem Bundesgesetz über Massnahmen zur Wahrung der Inneren Sicherheit der Schweiz verpflichtet, unter anderem in den Bereichen Terrorismus und gewaltbereiter Extremismus tätig zu sein. Wir beobachten einerseits die Terrorgefahr und machen eine Lagebeurteilung darüber, beobachten aber genauso den gewaltbereiten Extremismus von links und von rechts. Die entsprechenden Organisationen haben wir auf dem Radar.

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