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Ohne russisches Gas leidet ganz Europa

Um die Abhängigkeit von Russland zu mindern, will die EU 70 Milliarden Euro in die Gasinfrastruktur stecken.

Von René Lenzin

40 Prozent des Erdgases, das die 28 EU-Länder 2013 konsumiert haben, stammte aus Russland. Insbesondere die osteuropäischen Mitgliedsstaaten sind mehrheitlich oder vollständig abhängig von russischem Gas. Flösse weniger oder gar kein russisches Gas, wären aber nicht nur diese Länder betroffen, sondern die Mehrheit der EU-Staaten, heisst es in einem Papier zur Sicherheit der Energieversorgung, das die EU-Kommission vergangene Woche präsentiert hat. Indirekt wäre es gar die ganze Union, weil die Preise steigen würden – vor allem für Flüssiggaslieferungen, die in Frankreich, Spanien und Portugal einen hohen Anteil der Versorgung ausmachen. Das wäre insofern problematisch, als die Preise für verflüssigtes Gas aufgrund der grossen Nachfrage in Asien sowieso schon hoch seien, steht im Bericht.

Zusätzliche Besorgnis hat in Brüssel der Gasdeal ausgelöst, den Russland und China vorletzte Woche abgeschlossen ­haben. Zwar fliesst vorläufig kein russisches Gas nach China, weil dort noch die entsprechenden Pipelines fehlen, aber die EU ermahnt Russland schon mal, Europa nicht zu vergessen. «Wir möchten daran erinnern, dass Europa lange Jahre ein zuverlässiger und attraktiver Markt für russisches Gas war», sagt Sabine Berger, Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Daher erwarte die EU, «dass unsere Lieferanten ebenso zuverlässig und verantwortungsvoll bleiben und abgeschlossene Verträge respektieren», sagt Berger.

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