Parlamentarier verdienen Millionen durch Mandate

6,5 Millionen Franken jährlich kassieren National- und Ständeräte durch Einsitze bei Krankenkassen, Versicherungen und Banken. Die meisten Mandate sammelt die FDP.

Stimmt trotz Mandat beim Krankenkassenverband Curafutura nach «persönlicher, ideologischer Überzeugung» ab: FDP-Ständerat Josef Dittli. Keystone/Alessandro della Valle

Stimmt trotz Mandat beim Krankenkassenverband Curafutura nach «persönlicher, ideologischer Überzeugung» ab: FDP-Ständerat Josef Dittli. Keystone/Alessandro della Valle

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Schweizer Parlamentarier verdienen jährlich rund 6,5 Millionen Franken durch Mandate bei Banken und Versicherungen. Dies schreibt der «SonntagsBlick». Die Zeitung beruft sich dabei auf eine noch unveröffentlichte Studie zweier unabhängiger Experten.

National- und Ständeräte haben demnach im Schnitt acht ausserparlamentarische Mandate und damit mehr als je zuvor. Besonders lukrativ seien Positionen bei Krankenkassen, Versicherungsgesellschaften und Banken. Rund fünf Millionen Franken entfielen allein auf Mandate in der Finanzbranche, hiess es.

Ein Teil dieser Geldflüsse ist demnach öffentlich, dem Rest haben sich die Studienautoren über Gespräche mit Branchenexperten und Daten aus Geschäftsberichten angenähert. Die meisten Mandate hätten Politiker aus den Reihen der FDP, die rund die Hälfte dieser Zuwendungen bezögen. Dahinter folgten die SVP mit 25 Prozent und die CVP mit rund 19 Prozent. Die restlichen Parteien beziehen nicht einmal fünf Prozent des Geldes.

«Grosse Teile des Parlaments sind gekauft»

In Auftrag gegeben hat die Studie SP-Nationalrat Cédric Wermuth. Das Resultat erstaunt ihn nicht: «Die bürgerlichen Parteien hängen seit jeher am Tropf der Banken und Versicherungen. Grosse Teile des Parlaments sind schlicht gekauft.» Anders sehen das die Politiker, die sich für entsprechende Mandate bezahlen lassen.

Unter ihnen ist auch FDP-Ständerat Josef Dittli, der zudem als Präsident des Krankenkassenverbandes Curafutura amtet. Als solcher verdient er rund 140 000 Franken jährlich und gehört damit zu den Spitzenreitern im Parlament. «Ich stimme grundsätzlich immer so ab, wie ich es persönlich für richtig finde», zitiert ihn der «SonntagsBlick». Entscheidend dabei sei seine «persönliche, ideologische Überzeugung» und nicht die Haltung des Verbandes. (scl)

Erstellt: 08.09.2019, 07:31 Uhr

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