Parmelin bemängelt Opferbereitschaft der Jungen

Der Bundesrat hat bei einem Besuch der Offiziersgesellschaft Aarau kritisiert, dass es zu vielen gelänge, «den Dienst zu umgehen».

Bundesrat Guy Parmelin dankt den Zuhörern für deren Einsatz. (Bild: Twitter/VBS)

Bundesrat Guy Parmelin dankt den Zuhörern für deren Einsatz. (Bild: Twitter/VBS)

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Anlässlich der 150-Jahr-Feier der Offiziersgesellschaft (OG) Aarau vom letzten Samstag war auch Bundesrat Guy Parmelin eingeladen.

In seiner Rede im Kultur- und Kongresshaus bemängelte der Verteidigungsminister, dass ein Teil der jungen Schweizer keinen Militärdienst leisten wollen, wie die «Aargauer Zeitung» am Montag berichtet. «Es gelingt zu vielen Leuten, den Militärdienst zu umgehen», so Parmelin. Dies gefährde nicht nur den Personalbestand, sondern auch das Dienstpflichtprinzip und die Solidarität.

Parmelin erwartet von den jungen Schweizern, dass sie sich «in den Dienst unseres Landes stellen», und zwar «wann nötig und so lange wie nötig», notfalls auch unter Einsatz ihres Lebens. Zudem müsse die Gesellschaft dieses Engagement unterstützen und wertschätzen, nicht nur bei Volksabstimmungen, sondern auch mit ihrem persönlichen Engagement, sagte Parmelin.

Eine weitere Botschaft des Bundesrats waren seine Erwartungen von der Armee. Sie müsse zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Mitteln die erforderlichen Leistungen erbringen können. «Ich lege auf die Verfügbarkeit von Mitteln gleich viel Wert wie auf die Leistungen selber», so Parmelin.

Weshalb keine freiwillige Miliz?

Auch die Anwesenden des der Zeitung nach gut besuchten Jubiläum-Anlasses nahm der 58-jährige Departementschef mit mahnenden Worten in die Pflicht: Man müsse gemeinsam dem Bürger vermitteln, «dass die Armee zu unserem Schutz da ist».

Ob Parmelins Worte Schweizer Männer zurück in den Militärdienst treiben, ist fraglich. Reiner Eichenberger, Professor für Theorie der Wirtschafts- und Finanzpolitik an der Universität Freiburg (Schweiz), sagte in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» vor rund einem Jahr, dass die Wehrpflicht ein Auslaufmodell sei. Für die Schweizer Armee gebe es deshalb nur eine sinnvolle Reform: die freiwillige Miliz. Angesprochen hatte Parmelin das Thema nicht. Eichenberger hatte 1991 im Auftrag der Schweizer Armee das Konzept einer freiwilligen ­Miliz entwickelt. (TA/NN)

Erstellt: 17.09.2018, 08:53 Uhr

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