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«Pendler lassen sich nicht gut über den Preis steuern»

Beim Mobility-Pricing profitiere niemand, und Betroffene müssten schlicht mehr zahlen – das findet Ueli Stückelberger vom Verband öffentlicher Verkehr.

Mobility Pricing würde nicht zu einer Verlagerung führen, findet Stückelberger: ÖV-Chaos. (15.12.2014)
Mobility Pricing würde nicht zu einer Verlagerung führen, findet Stückelberger: ÖV-Chaos. (15.12.2014)
Markus Läng, Keystone

Der Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr (VÖV), Ueli Stückelberger, erteilt den Plänen des Bundesrates zum Mobility Pricing eine Absage. Pendler liessen sich «nicht gut über den Preis steuern», sagte er in einem Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag».

Ein Schüler oder Student müsse dann fahren, wenn die Schule beginne, sagte Stückelberger. Auch ein Angestellter müsse dann zur Arbeit, wenn das Geschäft öffne oder der Dienst anfange. «Mobility Pricing würde nicht zu einer Verlagerung führen, sondern nur dazu, dass alle Betroffenen mehr zahlen.» Wolle man wirklich lenken, seien andere Massnahmen viel sinnvoller.

Stückelberger verweist unter anderem darauf, dass gewisse Schulzeiten etwa in der Oberstufe, an Unis oder Fachhochschulen etwas nach hinten verlegt werden könnten. Auch in der Raumplanung sieht er einen mögliche Ansatz. Die Leute pendelten nicht darum, weil sie alle gerne weit draussen wohnten, sondern weil sie im Zentrum keine günstige Wohnung finden könnten.

Höhere Preise zu Stosszeiten

Der Bundesrat hatte am Mittwoch Modelle für eine leistungsabhängige Verkehrsabgabe skizziert und den Konzeptbericht Mobility Pricing in die Anhörung geschickt. Der Vorschlag: Wer zu Stosszeiten Strassen oder Züge benützt, soll mehr bezahlen.

Der Leidensdruck in der Bevölkerung sei nicht gross genug für einen grundlegenden Systemwechsel, sagte der VÖV-Direktor dazu. Stattdessen nehme man lieber in Kauf, dass man ab und zu im Stau stehe oder in der S-Bahn nur einen Stehplatz finde.

SDA/rsz

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