«Pestizid-Cocktail» in Äpfeln gefunden

Greenpeace hat bei Äpfeln in Supermärkten einen «Pestizid-Cocktail» beanstandet. In der Schweiz würden die Grenzwerte zwar eingehalten, doch auch hier waren Proben belastet.

Apfelernte: In den konventionell produzierten Apfelproben in der Schweiz hätten im Mittel 1,8 verschiedene Pestizide gemessen werden können.

Apfelernte: In den konventionell produzierten Apfelproben in der Schweiz hätten im Mittel 1,8 verschiedene Pestizide gemessen werden können. Bild: Keystone

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Greenpeace hat in elf Ländern 126 verschiedene Apfelproben in Supermärkten gekauft und in einem spezialisierten, unabhängigen Labor auf Pestizide untersucht, teilte die Umweltorganisation mit. In der Schweiz würden die Grenzwerte zwar eingehalten, gesundheitliche Auswirkungen seien aber nicht auszuschliessen.

In 83 Prozent der konventionellen Proben hätten Pestizide nachgewiesen werden können. 60 Prozent der Proben seien mit zwei oder mehr Pestiziden belastet gewesen. Insgesamt seien 39 individuelle Substanzen identifiziert worden. Alle biologisch produzierten Äpfel seien aber pestizidfrei gewesen.

In der Schweiz seien Äpfel aus inländischer Produktion bei Aldi, Coop, Lidl und Migros gekauft und analysiert worden. In den konventionell produzierten Apfelproben hätten im Mittel 1,8 verschiedene Pestizide gemessen werden können.

Migros-Probe am stärksten belastet

Am stärksten belastet gewesen sei eine Probe der Migros mit fünf verschiedenen Substanzen. Auf den Jamadu-Kinderäpfeln von Coop habe das Labor die Chemikalie THPI nachgewiesen, ein Abbauprodukt des Fungizids Captan. Die gesetzlichen Grenzwerte seien aber bei allen Proben eingehalten worden.

Die Resultate zeigen gemäss Greenpeace, dass im intensiven landwirtschaftlichen Anbau eingesetzte Substanzen auf dem Teller der Konsumentinnen und Konsumenten landen.

Gesundheitliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen

Da etliche der gefundenen Pestizide ein hohes Bioakkumulationspotenzial aufwiesen oder Einflüsse auf die Reproduktion haben könnten, seien gesundheitliche Auswirkungen auch bei Einhaltung der nationalen Grenzwerte nicht auszuschliessen. Zudem habe der Pestizid-Einsatz schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Biodiversität und gefährde Ökosystem-Leistungen wie die Bestäubung.

Die Schweizer Agrarwirtschaft müsse deshalb vom Paradigma der chemieintensiven Landwirtschaft wegkommen, fordert Greenpeace. Insbesondere müsse der Einsatz von synthetischen Pestiziden schrittweise reduziert werden. Es sei höchste Zeit an einem Pestizid-Ausstiegsplan zu arbeiten und den Konsumenten nachhaltig produzierte, gesunde Lebensmittel anzubieten. (kko/sda)

Erstellt: 21.10.2015, 09:21 Uhr

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