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Philipp Müller hat «null Erinnerung» an den Unfall

War es ein Sekundenschlaf? FDP-Präsident Philipp Müller erzählt zum ersten Mal, wie er die Kollision mit einer Rollerfahrerin wahrgenommen hat.

Philipp Müller hat vorsorglich Beschwerde gegen das Urteil eingereicht.
Philipp Müller hat vorsorglich Beschwerde gegen das Urteil eingereicht.
Keystone
Müller musste den Führerausweis vorläufig abgeben.
Müller musste den Führerausweis vorläufig abgeben.
Keystone
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Vier Tage nach dem schweren Unfall ist noch immer offen, warum Philipp Müller auf die Gegenfahrbahn geraten ist. In einem ersten Interview schildert der FDP-Präsident der «Aargauer Zeitung» die Einzelheiten.

«Was die junge Frau wegen mir erleiden muss, erfüllt mich mit Schmerz und belastet mich ungemein», sagt er dem Journalisten. Noch immer hat er keine Ahnung, wie der Unfall passiert ist. Er wisse noch, dass er an einem Kreisel habe anhalten müssen, weil ein Zug durchgefahren sei. Danach: «Ein Loch.» Er habe «null Erinnerung». Es sei unheimlich. Offenbar sei das Phänomen aber bekannt und könne laut einem Arzt in einem Schockzustand auftreten.

Zeugen hätten ausgesagt, er sei ganz plötzlich auf die Gegenfahrbahn geraten. Die junge Frau habe keine Chance gehabt, auszuweichen. Er sei auch nicht müde gewesen. «Ich ging am Mittwoch um 22.30 Uhr zu Bett und bin am Donnerstag um 7.30 Uhr aufgewacht», so Müller.

Am wahrscheinlichsten ist laut Fachleuten ein Sekundenschlaf, also ein kurzes Blackout. Am Dienstag lässt sich der FDP-Präsident bei einem Arzt durchchecken. Gesundheitliche Probleme habe er aber in letzter Zeit nicht gehabt.

«Der schlimmste Tag in meinem Leben»

Den Moment der Kollision hat der Politiker als einen entfernten Knall wahrgenommen und zuerst mit einem geplatzten Reifen in Verbindung gebracht. An der nächsten Ausweichstelle habe er angehalten und erst dann den Schaden an seinem Auto bemerkt. Als er zurücklief, hätten sich schon viele Menschen um die verletzte Frau gekümmert. Er habe dann aus einem Reflex heraus den Polizeinotruf gewählt.

Der Vater des Unfallopfers und eine Helferin hatten ihn kritisiert, weil er keine Erste Hilfe geleistet habe. Müller sagt dazu, er habe unter Schock gestanden. Deshalb habe er auch am Tag nach dem Unfall ein lange geplantes Radiointerview gegeben, ohne den Unfall zu erwähnen. Er habe die Fragen wie ein Roboter beantwortet.

«Vielleicht wirke ich manchmal etwas hart. Das bin ich aber nicht», erzählt der Politiker. Das Ganze gehe ihm unglaublich nahe. «Der Unfalltag ist der schlimmste Tag in meinem Leben.» Er wolle sich jetzt aus der Öffentlichkeit zurückziehen, um den Vorfall zu verarbeiten.

Phillipp Müller ist am Donnerstagnachmittag in Lenzburg mit einer Rollerfahrerin zusammengestossen. Diese erlitt dabei schwere Verletzungen. Ein Atemlufttest hat bestätigt, dass Müller keinen Alkohol getrunken hatte. Er war auch sonst nicht abgelenkt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eröffnet.

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