Zum Hauptinhalt springen

Polizeioffensive in den Kantonen

Zu den grössten Sorgen der Schweizer gehört die Sicherheit. 13 Kantone wollen nun insgesamt 684 neue Polizisten anstellen. Für den Vorsitzenden der kantonalen Polizeidirektoren ist das noch viel zu wenig.

Die Schweizer Polizeikorps gelten als chronisch unterbesetzt – kaum ein Land in Europa hat eine so geringe Polizeidichte. Auf 469 Einwohner kommt hierzulande im Durchschnitt nur ein Polizist. Trotz vielerorts angespannter Finanzen bauen 13 Schweizer Kantone in den nächsten Jahren ihre Polizeikorps aus, schreibt die «SonntagsZeitung». Sie beruft sich dabei auf ein internes Papier der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD).

Geplant sind demnach 684 neue Polizeistellen, wovon aber 134 noch nicht politisch abgesegnet oder budgetiert worden seien. Der Ausbau entspricht dem Bestand der Kantonspolizeien Tessin und Glarus und ist eine der grössten Aufstockungen in der öffentlichen Sicherheit in den letzten zehn Jahren.

Den Kantonen entstehen dadurch allein im ersten Jahr Kosten von rund 90 Millionen Franken, schätzen Experten. Im Kanton Bern stockt der Ausbau denn auch. 80 der vorgesehenen 140 neuen Stellen sind noch nicht budgetiert; 60 sind bereits geschaffen. Auch der Kanton St. Gallen hat aus finanziellen Gründen rund 50 neue Stellen vorerst sistiert.

Verband: Bis zu 8000 Beamte nötig

Der Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, Hans-Jürg Käser, fordert deshalb jetzt auch vom Bund stärkeres Engagement. «Der Bund muss seinen Teil beitragen, indem er das Grenzwachtkorps aufstockt», sagt er gegenüber der «SonntagsZeitung».

Laut dem Berner Regierungsrat Käser ist der geplante Ausbau der Polizeikorps ein wichtiger Schritt, aber er reicht nicht aus. Nötig seien schweizweit 1500 zusätzliche Polizisten. Für den Verband der Schweizer Polizeibeamten ist die Aufstockung gar nur «ein Tropfen auf den heissen Stein». Um den europäischen Durchschnitt zu erreichen, brauche es 7000 bis 8000 neue Beamte.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch