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Preisüberwacher droht dem Bund

Preisüberwacher Stefan Meierhans wirft dem Bund vor, Einsparmöglichkeiten in Milliardenhöhe nicht zu nutzen – und stellt die Handlungsfähigkeit des zuständigen Departement infrage.

Erwägt dem Bund Kompetenzen in der Gesundheitspolitik zu entziehen: Stefan Meierhans.
Erwägt dem Bund Kompetenzen in der Gesundheitspolitik zu entziehen: Stefan Meierhans.
Keystone

«Bis zu einer Milliarde Franken» könnte der Bund im Gesundheitswesen jährlich einsparen, wenn er seinen Empfehlungen folgen würde, sagt Preisüberwacher Stefan Meierhans.

Im Interview mit der «SonntagsZeitung» zeigt er auf, wo die Summe mit dem notwendigen Willen rasch eingespart werden könnte. Allein dank dem Preisvergleich mit dem Ausland gibt man heute 550 Millionen Franken im Jahr weniger für Originalmedikamente aus.

Absatzmarge soll gesenkt werden

Sparpotenzial in nochmals demselben Umfang ortet er etwa bei der Senkung der umsatzabhängigen Absatzmarge der Apotheker und der Selbstdispensationsärzte. Und mit Festbeträgen der Kassen für Wirkstoffe liesse sich der Generika-Anteil erhöhen, sagt Meierhans. Meierhans verlangt vom zuständigen Innendepartement, nicht bis zum nächsten Prämienschub zu warten, sondern seine Empfehlungen umzusetzen.

Der Preisüberwacher droht dem Innendepartement gar, wenn es zum Handeln nicht in der Lage sei, «braucht es eben andernorts mehr Kompetenzen». Die Preisüberwachung suche diese Aufgabe zwar nicht, man wäre jedoch bereit, Einsparungen durchzusetzen.

Jimenez stellt Stellenabbau in Aussicht

Die Pharmaunternehmen stehen einem Preisabschlag der Medikamente kritisch gegenüber. Novartis-CEO Joe Jimenez stellt einen Stellenabbau in Aussicht, sollten die Medikamentenpreise in der Schweiz wegen des starken Frankens gesenkt werden. «Wir wären ­gezwungen, unsere Kosten in der Schweiz drastisch zu senken. Ohne Stellenabbau ginge das nicht», sagt der Chef des Pharmakonzern im Interview der «SonntagsZeitung».

Bei den derzeitigen Wechselkursen würden die Preise für einzelne Produkte um rund 20 Prozent sinken. Das könne Novartis nicht hinnehmen. «Ich hoffe wirklich, dass den Schweizer Politikern klar ist, dass die Pharmaindustrie die grösste Exportbranche des Landes darstellt, und Preissenkungen im Heimatmarkt nicht unbemerkt bleiben», so der Novartis-Lenker. Die Schweizer Preise dienten Märkten wie Brasilien, Kanada, Russland und der Türkei direkt oder indirekt als Referenz. Jimenez rechnet nicht mit einer raschen Normalisierung des Franken-Euro-Wechselkurses. «Wenn wir über künftige Investitionen entscheiden, müssen wir den starken Franken in Betracht ziehen. Sonst schaden wir der ganzen Gruppe. »

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