Presseschau: Jordans Wort, teures «Sion 2026», Brabecks Jet

Die Zeitungen am Sonntag schreiben über Negativzinsen, die Kosten einer Olympiakandidatur und einen PC-24. Eine Übersicht.

Er warb damals für die Walliser Olympiakandidatur: Skilegende Pirmin Zurbriggen auf dem Matterhorn. Foto: Valentin Flauraud/Keystone

Er warb damals für die Walliser Olympiakandidatur: Skilegende Pirmin Zurbriggen auf dem Matterhorn. Foto: Valentin Flauraud/Keystone

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Höhere Negativzinsen der Nationalbank
Die Schweizer Notenbank zeigt sich entschlossen, den Leitzins gegebenenfalls noch weiter in den Negativbereich zu senken. Dies sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Die Phase der tiefen Zinsen könnte noch länger anhalten, und auch eine weitere Lockerung der Geldpolitik ist unter Umständen notwendig», erklärte der 56-jährige Notenbanker. Zuletzt beliess die SNB den Leitzins unverändert bei minus 0,75 Prozent. Mit den Negativzinsen will die Zentralbank den Franken für internationale Investoren unattraktiv machen. Denn er gilt als «sicherer Hafen» und ist daher in turbulenten Zeiten gefragt. Kritiker bemängeln, die Negativzinsen erfüllten ihren Zweck nicht. So würden Leute mit geringen Ersparnissen und wenig Geld in der Pensionskasse verlieren, während Besitzer von Immobilien und Aktien profitierten. «Unsere Geldpolitik ist für die gegenwärtige wirtschaftliche Situation richtig», verteidigte Jordan die seit über vier Jahren geltende Notmassnahme. «Wir haben nie infrage gestellt, dass es Nebenwirkungen gibt. Wir müssen jedoch das Gesamtinteresse des Landes im Blick haben und dürfen keine Einzelinteressen verfolgen.» Wenn die Nationalbank den Leitzins jetzt anheben würde, würde daraus laut Jordan ein stärkerer Franken resultieren. «Die Arbeitslosigkeit würde steigen.»

Teure Kandidatur «Sion 2026»
Die gescheiterte Kandidatur «Sion 2026» für die Ausrichtung von Olympischen Winterspielen im Wallis kostete nach Berechnungen der Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» rund 6,3 Millionen Franken. Der Finanzchef der Kandidatur bestätigte demnach den Betrag gegenüber der Zeitung. Das Bundesamt für Sport sowie der Verband Swiss Olympic hatten mitgeteilt, dass die Finanzergebnisse noch nicht vorliegen würden. Dem Bericht zufolge wurde das Geld für Marketing, die Machbarkeitsstudien, zur Deckung von IT-Kosten sowie für Mieten und Gehälter ausgegeben. Die Rechnung wurde zu gleichen Teilen zwischen dem Bund, Swiss Olympic und den beteiligten lokalen Behörden aufgeteilt. Zum Vergleich: Die kanadische Stadt Calgary setzte dem Bericht zufolge mit seiner gescheiterten Kandidatur für 2026 umgerechnet rund 12,2 Millionen Franken (16,3 Millionen kanadische Dollar) in den Sand. Die Olympischen Winterspiele 2026 finden vom 6. bis 22. Februar in Mailand und Cortina d'Ampezzo in Norditalien statt.

«Speed-Dating» zur Rekrutierung von neuen Lokführern
Bei der Suche nach neuen Lokführern setzen die SBB - angelehnt an «Speed-Dating» - auch auf Schnell-Rekrutierungen in Bahnhöfen. Das Bahnunternehmen spricht dort Interessierte für den Lokführer-Beruf direkt an, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Dabei suchen SBB-Personalverantwortliche das persönliche Gespräch mit Passanten, lassen sie in einem Lok-Simulator fahren und versuchen sie von der Tätigkeit zu begeistern. In den Bahnhöfen Olten, Lausanne, Zürich und Bern führten die SBB in den letzten Monaten solche Aktionen unter dem Titel «Berufswelten-Café» durch, wo das Unternehmen den Besuchern nicht nur Einblick in die Aufgaben des Lokführers gewährte, sondern in sämtliche 150 Berufe bei der Bahn. Wer sich für die Ausbildung im Führerstand interessiert, kann die Bewerbungsunterlagen zum Anlass mitbringen und beim «Speed Recruiting» in einem zehnminütigen Gespräch seine Aussichten ausloten. Ein SBB-Sprecher betonte gegenüber der Zeitung, dass auf eine Schnellbewerbung eingehende psychologische und medizinische Tauglichkeitsprüfungen folgten. Bis 2025 werden etwa 1000 neue Fachkräfte für den Führerstand benötigt. Die Lokführer-Ausbildung dauert 14 bis 16 Monate.

Der Ex-Nestlé-Chef und sein Pilatus-Jet
Er war letztes Jahr einer der ersten stolzen Besitzer des neuen Schweizer Business-Jets PC-24: Nun hat Ex-Nestlé-Chef Peter Brabeck die Maschine des Nidwaldner Flugzeugbauers Pilatus bereits wieder weggegeben, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Derzeit sei der Flieger in Luxemburg gemeldet, zuvor sei er in San Marino registriert gewesen. Neue und aktuelle Betreiberin sei Jetfly Aviation. Die Firma umfasst ein Dutzenden Flugzeuge und 160 Mitarbeiter. Brabeck ist gemäss luxemburgischem Handelsregister nicht an ihr beteiligt. Ob der 74-jährige Manager den Flieger verkauft oder vermietet hat, wollten weder Brabeck noch Jetfly Aviation sagen. Die Zeitung berichtet mit Verweis auf Pilotenkreise, dass Brabeck die Simulator-Prüfung in der US-Metropole Dallas nicht bestanden habe. «Dreimal», schilderte demnach ein Insider. Bislang haben 150 Piloten eine PC-24-Fluglizenz erhalten. Brabecks Büro wollte keinen Kommentar abgeben. Bei der Übergabe des Jets vor einem Jahr hatte es geheissen, Brabeck plane mit dem neuen Flieger und seiner eigenen Airline Brabair Privat- und Geschäftsleute zu befördern.

Bund bremst SBB-Meyers Pläne
Die Aufsichtsbehörde der Bahn hat grösste Vorbehalte gegen das von SBB-Chef Andreas Meyer vorgestellte Massnahmenpaket für weniger Verspätungen im Zugbetrieb. In einem Analysepapier, welches das Bundesamt für Verkehr (BAV) nach Meyers Ankündigung vom Montag angefertigt hat, schreiben die Aufseher laut «SonntagsZeitung», dass die Bahnen «die Vorgaben der Konzessionen und Netzpläne unbedingt einhalten müssen». Dies bedeutet der Zeitung zufolge, dass die SBB weder einzelne Kurse, noch Haltestellen streichen dürfen, wie das Meyer angekündigt hat. Zum Artikel. Weiter schreibt die «SonntagsZeitung», dass künftig Algorithmen entscheiden, wie Kinder auf die Schulhäuser verteilt werden - um deren Chancengleichheit zu wahren. Zu allen Artikeln der «SonntagsZeitung». (sda)

Erstellt: 03.11.2019, 07:48 Uhr

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