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Professoren-Gutachten als politische Waffe

Wirtschaftsverbände, aber auch Bundesstellen, bemühen Professoren, gewünschte Resultate hervorzubringen. Forschungsaufträge sollten transparenter sein.

Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) suchte für seinen Kampf gegen den Staat und gegen staatliche Vorschriften professorale Schützenhilfe. Er fand im St. Galler Professor Christoph Müller einen Gutachter, der eine Berechnungsmethode für die «Bürokratiekosten» der staatlichen Regulierung entwickelte. Kritisiert wurden die «Regulierungskosten» von Arbeitsschutz, Lebensmittelkontrollen und Sozialversicherungsabrechnungen der KMU.

Der beauftragte Professor kam daraufhin mit einer Erhebung unter Mitwirkung der Revisionsfirma KPMG auf4,8 Milliarden Franken an jährlichen Regulierungskosten. Mittels einer obskuren «Hochrechnung» kam der Gewerbeverband für die Gesamtwirtschaft auf sage und schreibe 50 Milliarden Franken Regulierungskosten. Mit dieser Zahl initiierte der Verband dann parlamentarische Vorstösse und politische Geschäftigkeit.

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