Prominenter Schweizer Imam begrüsst Burkaverbot

Absurd und theologisch nicht zu begründen sei die Burka, sagt der Berner Prediger Mustafa Memeti. Frauen sollen ihr Gesicht zeigen.

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Muslime sollten nicht negativ auf ein Verbot der Ganzkörperverschleierung reagieren, fordert der bekannte Berner Imam Mustafa Memeti in der «Aargauer Zeitung». Das Verbot, für das sich der Nationalrat am Montag mehrheitlich ausgesprochen hat, sei kein Problem. Auch wenn der Vorstoss von der SVP komme, die in der Vergangenheit auch moderate Muslime verärgert hatte, sei es dieses Mal «kein Zeichen gegen Muslime, höchstens gegen Ultrakonservative».

Memeti, der als Imam des Muslimischen Vereins Bern und als Präsident des Albanisch Islamischen Verbands amtet, begründet seine Vorbehalte gegenüber der Burka damit, dass sie theologisch nicht zu begründen sei und nicht zu den islamischen Pflichten gehöre. Er bezeichnet diese Ganzkörperverschleierung gegenüber der «Aargauer Zeitung» gar als absurd. «In einer offenen Gesellschaft sollte eine Frau ihr Gesicht und damit ihre Identität zeigen», sagt Memeti.

«Zeichen gegen Obszönitäten»

Wenn sich der Nationalrat für ein Kopftuchverbot ausgesprochen hätte, sähe der Imam das als problematisch. Gegenüber der Zeitung äussert sich auch die Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, Saïda Keller-Messahli, erneut positiv zu einem Burkaverbot. «Wenn das Parlament das Vermummungsverbot beschliesst, setzt es ein klares Zeichen gegen die Obszönitäten des politischen Islam. Es geht um mehr als ein blosses Stück Stoff, es geht um die Frauenfeindlichkeit der Salafisten.»

Andere muslimische Organisationen haben sich bisher zurückgehalten. Laut der «Aargauer Zeitung» will die wichtige Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (Fids) ihre Position aber in Kürze kommunizieren. (rub)

Erstellt: 29.09.2016, 09:20 Uhr

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