Zum Hauptinhalt springen

Raucher können auf Kosten der Kasse in den Entzug

Krankenkassen müssen bald für den Raucherentzug mit dem Medikament Champix bezahlen. Der Bund nimmt das Mittel auf die Spezialitätenliste. Die Kassen zahlen jedoch nur unter gewissen Bedingungen.

In einem ersten Anlauf verweigerte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) dem US-Pharmakonzern Pfizer die Kassenpflichtigkeit für Champix. Das Bundesgericht pfiff den Bund aber 2011 zurück und verlangte eine vertiefte Prüfung. Dies führte nun zur Aufnahme auf des Mittels die Spezialitätenliste, wie das BAG mitteilte. Starke Raucher können sich künftig von der Krankenkasse eine Therapie mit dem Medikament Champix bezahlen lassen, um mit Rauchen aufzuhören.

Damit die obligatorische Krankenversicherung für eine Champix-Therapie aufkommt, müssen aber mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: Nur starke oder sehr starke Raucher sowie Patienten mit einer Raucherkrankheit erhalten laut BAG eine 12-wöchige Therapie bezahlt.

Wiederholung nach eineinhalb Jahren

Ausschlaggebend für die Einteilung als starker Raucher ist das Resultat eines international anerkannten Fragebogens zur Rauchgewohnheit (Fagerström-Test). Gefragt wird dabei unter anderem nach der Anzahl gerauchter Zigaretten pro Tag.

Wer an Folgekrankheiten des Rauchens leidet - etwa chronischer Bronchitis, Herz-Kreislaufkrankheiten oder an einer Krebserkrankung -, kann sich die Therapie auch vergüten lassen, wenn er kein starker Raucher ist. Ausserdem ist eine Beratung und Unterstützung durch einen Arzt notwendig. Eine Wiederholung der Therapie ist frühestens nach eineinhalb Jahren möglich.

Nikotinsucht kann Krankheit sein

Das Bundesgericht hatte im August 2011 festgehalten, dass Nikotinsucht eine Krankheit sein kann, wenn aus medizinischer Sicht eine Behandlung der Sucht angezeigt ist. Es forderte das BAG auf, Bedingungen zu formulieren, unter denen eine Sucht nach Tabakwaren medizinisch behandelt werden muss. Vorab müsse es einen Mindestabhängigkeitsgrad festlegen.

Als Kosten nannte das Bundesgericht 2011 mit Verweis auf die Eidgenössische Arzneimittelkommission (EAK) 450 Franken pro 12-wöchige Therapie. Für die Grundversicherung beliefen sich die Kosten demnach auf 45 Millionen Franken in drei Jahren.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch