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Rauchverbot im Tessin: Jeder dritte Wirt jammert

Die Tessiner Behörden werten das im April 2007 eingeführte Rauchverbot in den Gaststätten als Erfolg. Die Wirte sind hingegen weniger glücklich.

Tessiner Wirte jammern: Das Rauchverbot macht nicht alle glücklich.
Tessiner Wirte jammern: Das Rauchverbot macht nicht alle glücklich.

Das Hauptziel, nämlich der Schutz vor dem Passivrauchen, sei erreicht worden, so die Tessiner Behörden.

Profitiert hätten vor allem die im Gastgewerbe arbeitenden Personen. Deren Gesundheitszustand habe sich spürbar verbessert, sagte Gesundheitsdirektorin Patrizia Pesenti (SP) vor den Medien. Es gebe heute weniger Klagen über gerötete Augen, Husten, Atemleiden und Kopfweh.

Weniger glücklich sind hingegen die Wirte. Sie beklagen sich über Umsatzeinbussen. Viele Gäste würden heute weniger lang im Lokal verweilen als früher, heisst es in einer von der Universität der italienischen Schweiz (USI) durchgeführten Studie.

Jeder dritte Wirt jammert

Die Studie basiert auf einer telefonischen Befragung von 420 im Gastgewerbe tätigen Personen zu drei verschiedenen Zeitpunkten. Im Frühjahr 2008 gaben 33 Prozent der Befragten an, dass der Umsatz in ihrem Lokal rückläufig sei.

Damit stieg die Zahl der über Umsatzeinbussen jammernden Wirte rapide an. Denn noch im Herbst 2007 hatte nur jeder Fünfte über einen Umsatzrückgang geklagt.

Heute haben zudem 38,3 Prozent der Befragten den Eindruck, dass weniger Leute als früher in ihr Lokal kommen. Unbeantwortet bleibt allerdings die Frage, ob nebst dem Rauchverbot auch noch andere Faktoren für die Umsatzeinbussen verantwortlich sind.

Nur wenige Fumoirs

Fakt ist, dass nur wenige Wirte sich entschlossen, den Rauchern ein Fumoir zur Verfügung zu stellen. Bloss 62 der 2700 Gastbetriebe verfügten über ein Fumoir, sagte Justizdirektor Luigi Pedrazzini (CVP).

Laut Pedrazzini halten sich die Tessiner Wirte sehr diszipliniert an das Rauchverbot. Bisher seien bloss fünf Bussen ausgesprochen worden.

Das Tessin war der erste Kanton, der ein Rauchverbot einführte. Dieses wurde am 12. März 2006 an der Urne mit einem Ja- Stimmenanteil von 79,1 Prozent angenommen. Nach einer einjährigen Übergangsfrist trat das Rauchverbot im April 2007 in Kraft.

SDA/bru

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