Zum Hauptinhalt springen

«Reelle Chancen» für die 1:12-Initiative

49,5 Prozent der Schweizer würden für die Initiative zur Beschränkung der Managerlöhne laut einer Umfrage derzeit ein Ja in die Urne legen. Es dürfte für die Linken jedoch schwer werden, die Zustimmung zu halten.

Fast 50 Prozent der Schweizer stimmen ihrem Anliegen zu: Mitglieder der Juso beim Einreichen der Volksinitiative 1:12 in Bern. (März 2011)
Fast 50 Prozent der Schweizer stimmen ihrem Anliegen zu: Mitglieder der Juso beim Einreichen der Volksinitiative 1:12 in Bern. (März 2011)
Keystone

Ein Manager soll höchstens 12-mal mehr verdienen als sein am schlechtesten bezahlter Mitarbeiter: Dies fordern Juso und SP in ihrer 1:12-Initiative, über die das Volk voraussichtlich im September 2013 abstimmen wird. Eine Woche nach dem Erfolg der Abzockerinitiative an den Urnen scheinen auch die Chancen dieser Vorlage gut zu stehen.

Würde über das Begehren heute abgestimmt, wäre eine relative Mehrheit von 49,5 Prozent der Stimmbürger dafür. Dies ergab eine repräsentative Meinungsumfrage der «SonntagsZeitung». 40,5 Prozent lehnen die Initiative demnach zurzeit ab. Das sind erstaunlich gute Werte für ein Anliegen, das radikale Lohnbegrenzungen einführen will.

Erfolg hängt von den Bürgerlichen ab

Trotzdem dürfte es die Initiative schwer haben, die Mehrheit im erst beginnenden Abstimmungskampf zu halten. Die Initiative geniesst zwar mit rund 40 Prozent auch in der SVP und in der CVP erstaunlich hohe Zustimmung, wie die «SonntagsZeitung» weiter schreibt. Die Erfahrung mit anderen Initiativen zeige jedoch, dass die Unterstützung im bürgerlichen Lager höher sein müsse, um am Ende Erfolg zu haben. Immerhin: Auch Thomas Minder, Initiant der Abzockerinitiative, gebe der Juso-Initiative «reelle Chancen». Weil das Modell aber umgangen werden könne, will er sich für einen Gegenvorschlag einsetzen.

So oder so dürfte die SP von der Initiative profitieren, wie sie es gemäss Politbarometer schon von ihrem Engagement für die Abzockerinitiative getan hat. Die FDP, die hart gegen die Minder-Initiative kämpfte, verlor dagegen mit zwei Prozentpunkten massiv.

FDP kämpft an vorderster Front

Auch bei der 1:12-Initiative geht die FDP auf Konfrontationskurs. Wie Präsident Philipp Müller gegenüber dem «SonntagsBlick» sagt, will die Partei an vorderster Front gegen das Begehren kämpfen. «Wir werden die Juso-Initiative bekämpfen und die Gegenkampagne koordinieren», sagt er.

Der Abstimmungskampf werde zwar kein Spaziergang, sei aber zu gewinnen. Denn die «Neid-Debatte der Juso» öffne eine klassische Links-rechts-Front. «Die bürgerlichen Parteien werden da einig sein. Auch erwarte ich, dass wir mit Angestelltenverbänden zusammen­arbeiten können», erklärt Müller.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch