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Rega und Air-Glaciers willigen in Waffenstillstand ein

Nach einer Aussprache: Die Rega koordiniert die Luftrettungen im Kanton Bern vorerst weiter. Nun soll eine dauerhafte Lösung ausgearbeitet werden – und Schluss sein mit Angriffen via Medien.

Wird nun vorerst weiterhin von Zürich aus beauftragt: Ein Rega-Heli in Bern-Belp.
Wird nun vorerst weiterhin von Zürich aus beauftragt: Ein Rega-Heli in Bern-Belp.
Keystone

Im Streit um die Luftrettung im Kanton Bern liegt nach der Aussprache vom Montag keine definitive Lösung vor. Die Rega hat aber auf Wunsch der bernischen Gesundheits- und Fürsorgedirektion eingewilligt, die Luftrettung im Kanton bis Ende Jahr wie bisher weiterzuführen.

Derweil sollen erste skizzierte Lösungsansätze weiterentwickelt und vertieft werden, wie die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) mitteilte. Darauf hätten sich die Partner am Vortag geeinigt. An der Aussprache hatten Vertreter der GEF, der Rega, der Air-Glaciers und der kantonalen Sanitätsnotrufzentrale 144 teilgenommen.

Rega entscheidet

Gemäss dem Status quo alarmiert die Notrufzentrale jeweils die Rega-Einsatzzentrale in Zürich, wenn es im Kanton Bern zu einem Unfall kommt, der den Einsatz eines Helikopters nötig macht. Die Rega entscheidet dann, ob sie selber fliegt oder aber ein Partnerunternehmen.

Ein solches Unternehmen ist im Berner Oberland die Air-Glaciers. Diese betreibt Stützpunkte in Lauterbrunnen und Saanen. Der Streit entfachte sich vor kurzem, als die Air-Glaciers der Rega vorwarf, mit allen Mitteln um ihre Vormachtstellung zu kämpfen.

Gemäss Air-Glaciers bat die Rega für Einsätze mitunter eigene Helikopter auf, obwohl Maschinen der Air-Glaciers in der Nähe bereit standen. Die Rega wies die Vorwürfe zurück. Der Einsatz von Helikoptern richte sich nicht nur nach der Geografie, sondern berücksichtige auch andere Faktoren, etwa das Verletzungsbild und die Ausrüstung der Fluggeräte.

Entscheid zurückgenommen

Die Rettungsflugwacht kündigte daraufhin an, sie werde ab dem 19. August darauf verzichten, in Notfällen im Kanton Bern Helikopter der Air-Glaciers aufzubieten. Stattdessen solle die Sanitätsnotrufzentrale des Kantons Bern entscheiden, welche Helikopter zum Einsatz kommen.

Diesen Entscheid hat die Rega nun auf Wunsch der GEF für die Zeit bis Ende Jahr rückgängig gemacht. Die Sanitätsnotrufzentrale hätte die Disposition der Luftrettung ohnehin nicht derart unvermittelt übernehmen können, sagte Katharina Schönbucher Seitz, stellvertretende Generalsekretärin der GEF, auf Anfrage.

Für diese Aufgabe brauche es spezielle Computerprogramme, eine besondere Infrastruktur und entsprechend geschultes Personal. Sie sei deshalb froh, dass die Rega sich nun bereit erklärt habe, Zeit für eine Lösungsfindung zu geben.

Konstruktive Aussprache

Die Aussprache zwischen den Partnern sei im übrigen konstruktiv verlaufen, sagte Schönbucher Seitz. Alle Beteiligten hätten die Notwendigkeit betont, keine Rückschritte gegenüber der heutigen Situation zuzulassen.

Konkretes über die angedachten Vorschläge könne man zwar noch nicht sagen. Sie sei jedoch zuversichtlich, dass eine gute Lösung auf den Tisch kommen werde, sagte Schönbucher Seitz.

Die weiteren Gespräche finden ebenfalls unter Moderation der Gesundheits- und Fürsorgedirektion statt. Die Partner haben vereinbart, während dieser Zeit auf entsprechende Medienaktivitäten zu verzichten.

Schlagzeilen gemacht hat der Kampf um Aufträge im Luftrettungsdienst bisher auch im Kanton Aargau: Dort machen sich seit diesem Frühling die Rettungsflugwacht und die Alpine Air Amublance (AAA), an welcher der TCS beteiligt ist, Rettungsflüge streitig.

Angesichts des anhaltenden Streites will sich nun auch die Schweizer Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) einschalten.

SDA/mw

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