Zum Hauptinhalt springen

Regierung Trump will der Schweiz Jets verkaufen

Diese fünf Kampfjets sind in der engeren Auswahl als Ersatz für die F/A-18.

Im Dezember hat sich das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) an die Hersteller­länder der fünf in der engeren Auswahl stehenden Jets gewandt. An Deutschland (Eurofighter), ...
Im Dezember hat sich das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) an die Hersteller­länder der fünf in der engeren Auswahl stehenden Jets gewandt. An Deutschland (Eurofighter), ...
Keystone
... Frankreich (Rafale), ...
... Frankreich (Rafale), ...
Keystone
Verteidigungsminister Guy Parmelin wird nächsten Mittwoch im Bundesrat 8 Milliarden Franken für die Erneuerung der Luftverteidigung beantragen.
Verteidigungsminister Guy Parmelin wird nächsten Mittwoch im Bundesrat 8 Milliarden Franken für die Erneuerung der Luftverteidigung beantragen.
Keystone
1 / 6

Nächsten Mittwoch gilt es ernst für Guy Parmelin: Aller Voraussicht nach bringt der Verteidigungsminister dann die Botschaft für das teuerste Rüstungsgeschäft aller Zeiten in den Bundesrat – den 8-Milliarden-Franken-Antrag für die Erneuerung der Luftverteidigung. In diesem Paket enthalten sind neue Kampfjets und ein neues Boden-Luft-Raketensystem. Offen ist insbesondere noch, ob der Bundesrat das Stimmvolk zum Kredit befragen will. Parmelin hatte sich in dieser Frage zuletzt sibyllinisch geäussert.

Klar ist hingegen, dass die Jethersteller grosses Interesse am Auftrag haben. Im Dezember hat sich das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) an die Hersteller­länder der fünf in der engeren Auswahl stehenden Jets gewandt – an Deutschland (Eurofighter), Frankreich (Rafale), Schweden (Gripen) und die USA (F-35A und F/A-18E/F Super Hornet). Armasuisse bat die Regierungen dieser Länder, anzuzeigen, ob sie an einem Jetdeal interessiert wären. Ende Januar sind die letzten Antworten eingetroffen, wie ein Armasuisse-Sprecher bestätigt. Alle vier Staaten hätten Interesse signalisiert. Nun würden Gespräche mit den jeweiligen Regierungen aufgenommen.

Kaufvertrag mit Regierung, nicht Hersteller

Während die Absage eines europäischen Anbieters einer Sensation gleichgekommen wäre, ist die Ausgangslage bei den USA nicht ganz so eindeutig. Als die Schweiz vor rund zehn Jahren den Ersatz der Tiger-Jets evaluierte, zog sich der US-Konzern Boeing mit seinem F/A-18 Super Hornet zurück. Nun haben sich Boeing und Konkurrent Lockheed Martin (F-35) entschieden, vorläufig am Ball zu bleiben. Allzu viel darf aber in die Zusage der Regierung Trump nicht hineininterpretiert werden. Erst im Verlauf der Evaluationsphase werde sich zeigen, ob das Interesse der Herstellerländer auch darin münde, dass entsprechende Angebote eingereicht würden, so der Armasuisse-Sprecher.

Der Bund will die Kampfjetbeschaffung als «Government to Government»-Geschäft über die Bühne bringen. Er schliesst den Kaufvertrag nicht mit dem Hersteller ab, sondern mit dessen Regierung. Armeeexperten sehen darin den Vorteil, dass der Bund personell und finanziell von den Ressourcen der ausländischen Beschaffungsbehörden profitieren kann. Allerdings ist er zugleich gezwungen, diese Ressourcen mitzufinanzieren. Zudem ergibt sich aus der Beteiligung der fremden Regierung zusätzlicher Koordinationsaufwand. Schon die letzten zwei Jetbeschaffungen (F/A-18 und F-5 Tiger) erfolgten in einer «Government to Government»-Struktur.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch