Zum Hauptinhalt springen

Regimegegner stürmen syrische Missionen

Die Empörung über die Ermordung des syrischen Oppositionsführers Meschaal Timo ist gross. Nach Genf, Berlin und Hamburg sind Bashar al-Assads Gegner auch in die syrische Botschaften in Wien eingedrungen.

Der Protest richtete sich gegen die Tötung eines kurdischen Oppositionsführer: Sicherheitskräfte vor der Botschaft in Berlin.
Der Protest richtete sich gegen die Tötung eines kurdischen Oppositionsführer: Sicherheitskräfte vor der Botschaft in Berlin.
Keystone

Ähnlich wie in Berlin, Hamburg und Genf sind syrische Oppositionelle am Wochenende auch zur Botschaft des Landes in Wien gezogen, um gegen die Regierung von Präsident Bashar al-Assad zu protestieren.

In der Nacht zum Samstag drang eine Gruppe von Regimegegnern in die Räume der syrischen Botschaft in Wien ein, sagte eine Polizeisprecherin heute der Nachrichtenagentur dpa. Elf Männer wurden vorläufig festgenommen, alle seien syrische Staatsangehörige. Sie hätten bei Befragungen durch die Polizei angegeben, die Aktion sei ein Protest gegen das Regime in Syrien gewesen. Zunächst hatte es geheissen, es seien sowohl Männer als auch Frauen beteiligt gewesen.

Insgesamt waren in der Nacht zum Samstag etwa 20 Menschen gewaltsam in das Gebäude in Wien eingedrungen. Eine Gruppe hielt sich während der Aktion vor dem Gebäude auf der Strasse auf. Als die Polizei gerufen wurde, konnte ein Teil der Beteiligten flüchten. Es gab keine Verletzten, allerdings erheblichen Sachschaden, da die Tür aufgebrochen wurde, sagte die Polizeisprecherin.

Auch in Genf

Die Demonstranten wollten gegen die Ermordung des syrischen Oppositionspolitikers Meschaal Timo protestieren. Timo, ein scharfer Kritiker Assads, war am Freitag im Nordosten Syriens von Unbekannten erschossen worden. Am Samstag hatten sich fünf kurdische Syrer Zugang zur syrischen UNO-Botschaft in Genf verschafft. Insgesamt 40 kurdische Syrer versammelten sich vor der Mission.

In Berlin drangen am Samstagabend rund 30 Demonstranten in die syrische Botschaft ein und sprühten «Free Syria» an die Fassade. In Hamburg stürmten 30 Gegner des syrischen Regimes in der Nacht zum Sonntag das Gebäude des syrischen Honorarkonsulats, verwüsteten nach Polizeiangaben einige Räume und hängten Plakate auf.

Beschmierte Wände in Hamburg

Auch in Hamburg kam es Reaktion auf die Ermordung des kurdischen Oppositionsführers. In der Nacht zum Sonntag sind 30 Demonstranten in Räume des syrischen Honorarkonsulats in Hamburg eingedrungen. Sie schlugen Fenster und Türen ein und verschafften sich auf diesem Weg gewaltsam Zugang zu den unteren Räumen des Gebäudes, wie ein Sprecher der Hamburger Polizei sagte. In das Konsulat selbst drangen sie demnach aber nicht ein. Die Demonstranten beschmierten dem Sprecher zufolge die Wände mit arabischen Schriftzeichen. Vier Menschen wurden festgenommen. Von den Demonstranten hatten acht einen dänischen Pass, zur Nationalität der anderen lagen keine Angaben vor.

Rund 50'000 Menschen hatten am Samstag an der Beerdigung Tamos in Syrien teilgenommen. Dabei schossen Sicherheitskräfte auf den Trauerzug und töteten mindestens zwei Menschen. Nach UN-Angaben kamen seit dem Beginn der Proteste gegen Syriens Staatschef Bashar el Assad Mitte März mindestens 2900 Menschen ums Leben.

SDA/mrs/wid

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch