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Religiöser Popstar begeistert im Zürcher Hallenstadion

In der mit 10'500 Personen ausverkauften Eventhalle hat der Dalai Lama über «Universelle Verantwortung und Wirtschaft» gesprochen. Obwohl sein Wissen über Wirtschaft «gleich null» ist.

«Sex macht den Menschen gemein mit allen Tieren»: Der Dalai Lama albert herum, New York, 23. Mai 2010.
«Sex macht den Menschen gemein mit allen Tieren»: Der Dalai Lama albert herum, New York, 23. Mai 2010.
Keystone
Der Dalai Lama in Zürich, April 2010.
Der Dalai Lama in Zürich, April 2010.
Keystone
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Er müsse zugeben, räumte der Dalai Lama ein, das Thema des Vortrages behage ihm nicht. Sein Wissen über Wirtschaft sei nämlich «gleich null», schmunzelte das geistige Oberhaupt der Tibeter. Eines wisse er aber doch: Die Wirtschaftskrise der jüngsten Zeit habe in vielen Ländern ernsthafte Besorgnis hervorgerufen.

Durch Gespräche mit Freunden, darunter auch Geschäftsleute, sei er zum Schluss gelangt, dass die globale Krise etwas mit unserer Geisteshaltung zu tun habe: «Ein ganzheitlicher Blick auf die Dinge fehlt», sagte der Dalai Lama. Das Gefühl fürs Gemeinwohl sei verloren gegangen, ebenso die «moralischen Prinzipien».

Damit die Menschen glücklicher würden, brauche es wieder mehr dieser Prinzipien. Im Grundsatz gehe es darum, anderen Menschen nach Möglichkeit zu helfen. Diese Haltung führe zu mehr Selbstvertrauen, was wiederum mehr Offenheit und Vertrauen mit sich bringe. Der 74- Jährige plädierte deshalb dafür, den Blick auf die «innere Welt» zu richten. Mit einem Vortrag im ausverkauften Zürcher Hallenstadion ist am Sonntag der fünftägige Besuch des Dalai Lama zu Ende gegangen.

Jubel auf dem Münsterhof

Bereits am Samstagnachmittag hatten mehrere tausend Personen einer 50-minütigen Ansprache des Dalai Lama beigewohnt, die er anlässlich einer Solidaritätskundgebung für Tibet in der Zürcher Innenstadt hielt. Es war das erste Mal, dass er im Rahmen einer solchen Veranstaltung direkt zur Schweizer Bevölkerung sprach.

Das geistige Oberhaupt der Tibeter dankte den Teilnehmern, die er als «Brüder und Schwestern» begrüsste, für ihre Sympathie und ihr Interesse gegenüber der tibetischen Sache. Dabei gehe es nicht um die Frage, ob man für oder gegen Tibet sei. «Vielmehr geht es um Gerechtigkeit», betonte der Dalai Lama.

Die chinesische Regierung tendiere dazu, die Probleme in Tibet zu negieren. Das Publikum forderte er deshalb dazu auf, nach Tibet zu reisen und sich sich selbst ein Bild von den dortigen Zuständen zu machen. Er zeigte sich überzeugt, dass Solidaritätskundgebungen wie diese über kurz oder lang auch das Denken der chinesischen Regierung beeinflussen werden.

Die mehrstündige Kundgebung auf dem Zürcher Münsterhof stand unter dem Motto «Die Schweiz für Tibet. Tibet für die Welt», zu der die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) aufgerufen hatte. Nacheinander traten bekannte Schweizer Kunstschaffende auf, darunter The Young Gods, Endo Anaconda und Kutti MC.

Ihre Solidarität bekundeten auch die Zürcher Nationalräte Mario Fehr (SP) und Doris Fiala (FDP). Mit ihrem Auftritt hätten sie auch ein Zeichen nach Bern schicken wollen, hiess es seitens der GSTF.

Resolution des Jugendparlaments

Bereits am Samstagmorgen war der Dalai Lama mit den Teilnehmern des Ersten Tibetischen Jugendparlaments zusammengetroffen. Dabei habe er die Jugendlichen an ihre grosse Verantwortung gegenüber der Tibetbewegung erinnert, teilte der Verein Tibeter Jugend in Europa (VTJE) mit.

Nach dreitägiger Session verabschiedete das Jugendparlament am Sonntag eine Resolution. In einem feierlichen Akt wurde diese dem Premierminister der tibetischen Exilregierung, Samdhong Rinpoche und dem Präsidenten des tibetischen Exilparlaments, Penpa Tsering, übergeben.

In der Resolution verpflichten sich die Jungparlamentarier, weiterhin konsequent den Weg des friedlichen und gewaltfreien Widerstands zu beschreiten. Befürwortet wird auch die Weiterführung des chinesisch-tibetischen Dialogs, wie es in einer Mitteilung heisst.

Der Dialog solle jedoch an verschiedene Bedingungen geknüpft sein. So müsse China anerkennen, dass es eine Tibetproblematik gebe, die man lösen müsse. Zudem sollen die Gespräche nicht mehr auf chinesischem Boden stattfinden und müssten von neutralen Beobachtern begleitet werden.

(SDA)

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