Fragwürdiges Gutachten zu Revision der Duro-Flotte

Das gleiche Unternehmen, das die Duro-Flotte der Schweizer Armee saniert, hat auch das Gutachten dazu erstellt. Diese Vergabepraxis wird nun kritisiert.

Gepanzertes Fahrzeug der Schweizer Armee: Ein Duro fährt zu einem Standort der Luftwaffe in den Sportanlagen St. Jakob in Basel. (26. November 2014)

Gepanzertes Fahrzeug der Schweizer Armee: Ein Duro fährt zu einem Standort der Luftwaffe in den Sportanlagen St. Jakob in Basel. (26. November 2014) Bild: Georgios Kefalas/Keystone

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Sowohl im Parlament als auch in der Schweizer Armee sorgt ein Gutachten über die Revision der geländegängigen Duro-Transporter für Unmut. Die Frage, ob sich die 558 Millionen Franken teuren «werterhaltenden Massnahmen» lohnen, hätte von unabhängiger Seite geprüft werden müssen, sagt ein Experte zur «Aargauer Zeitung».

Ein grosser Teil der Kleinlastwagenflotte des Militärs ist in die Jahre gekommen. Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) hatte deshalb die Mowag AG, die auf Militärfahrzeuge spezialisiert ist, eine «Machbarkeitsprüfung» durchführen lassen. Sie kam zum Schluss, dass sich eine Revision der 2220 Duros lohne. Die gleiche Firma erhielt dann von Armasuisse den Millionen-Auftrag zur Erneuerung der Flotte. Dieses Vorgehen wird nun kritisiert.

250'000 Franken pro Fahrzeug

Es sei «nichts als logisch», dass die Firma aus Eigeninteresse das Fazit ziehe, eine Revision lohne sich, kritisiert Mathias Gräzer, Offizier der Logistiktruppen. Auch die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hätte das Gutachten erstellen können, so der Duro-Spezialist zur «Aargauer Zeitung». Die Revision hätten zudem auch andere Firmen vornehmen können.

In die Jahre gekommen: Ein Duro-Lastwagen der Schweizer Armee, aufgenommen in Hinwil. (Bild: Keystone)

Armasuisse weist die Kritik zurück. Das VBS habe mehrere Varianten in Betracht gezogen und sich dann für die Sanierung entschieden. Der Nationalrat genehmigte in der Wintersession die Werterhaltung, die 250'000 Franken pro Fahrzeug kostet. Laut Gräzer wäre mit dem gleichen Betrag auch eine Neuanschaffung möglich gewesen, allerdings mit einem anderen Fahrzeugmodell.

SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner hat nun eine Interpellation eingereicht, er verlangt eine Stellungnahme des Bundesrates. Der Beschaffungsprozess «stinke zum Himmel». Zudem will er die Ständeräte «ins Gebet nehmen». Die kleine Kammer hat noch nicht über das Geschäft entschieden. (ij)

Erstellt: 28.12.2015, 15:40 Uhr

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