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Richter müssen Hunderte Verwahrte neu beurteilen

Über 800 Verurteilte sitzen derzeit in der sogenannten kleinen Verwahrung. Jetzt läuft bei vielen die gesetzliche Frist für eine Neubeurteilung ab – die Gerichte stehen vor einem doppelten Problem.

Zu wenig Therapieplätze, zu wenig Bewährungshelfer: Häftling im Verwahrungstrakt der Strafanstalt Pöschwies. (Archiv)
Zu wenig Therapieplätze, zu wenig Bewährungshelfer: Häftling im Verwahrungstrakt der Strafanstalt Pöschwies. (Archiv)
Keystone

830 psychisch kranke Insassen sitzen heute in der kleinen Verwahrung – und es werden immer mehr. Jetzt läuft bei vielen die gesetzliche Frist ab, die eine Überprüfung ihrer Situation vorsieht, wie die Sonntagszeitung berichtet.

Die Richter stehen vor einer schweren Entscheidung: Zwar können sie laut Gesetz für gefährliche Täter die temporäre Verwahrung verlängern – doch das geht nur, wenn die Therapie Erfolg verspricht. Das gilt für viele nicht. Denn zudem fehlen laut dem Artikel der Sonntagszeitung spezialisierte Haftplätze. Über 400 temporär Verwahrte sitzen im normalen Vollzug – ohne die gesetzlich vorgeschriebene Betreuung und ohne adäquate Aussicht auf Therapie.

Eine weitere Möglichkeit für die Richter ist die Freilassung der Straftäter. Dies geschah seit Einführung der kleinen Verwahrung in über 170 Fällen. Eine bedingte Entlassung aber birgt Gefahren: Die für die Nachbetreuung zuständigen kantonalen Bewährungshelfer sind massiv überlastet. In einzelnen Kantonen betreut ein einziger Bewährungshelfer 100 Fälle.

Mehr dazu morgen in der Sonntagszeitung.

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