Zum Hauptinhalt springen

Ricklis nicht ganz uneigennütziger Einsatz für Radio Energy

Die SVP-Nationalrätin will statt Energy Zürich DRS 3 auf UKW abschalten. Das erstaunt nicht: Die Politikerin arbeitet für Goldbach Media, Exklusivvermarkterin von Energy Zürich.

Spitzenpolitiker von links bis rechts wollen die Zürcher Radiostation Energy Zürich retten. Sie wollen nicht hinnehmen, dass Medienminister Moritz Leuenberger einem der kommerziell erfolgreichsten Sender des Landes den Stecker herauszieht.

Als Vorkämpferin für Energy Zürich tut sich SVP-Nationalrätin Natalie Rickli hervor. Die junge Winterthurerin machte sich in den letzten Tagen an der Seite von FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger für den Fortbestand des Senders stark. Sie will prüfen, ob es Möglichkeiten für eine vierte Zürcher Radiokonzession gibt. «Wenn es nicht anders geht, muss es auch möglich sein, in Zürich DRS 3 abzuschaffen», fordert sie gestern im «Sonntagsblick», wie Energy Zürich ein Ringier-Medium. Rickli setzt sich laut eigenen Aussagen gegen die «verfehlte Medienpolitik» Leuenbergers ein. Auch die junge Zielgruppe habe ein Anrecht auf einen «eigenen» Sender.

Ex-Eigentümerin und Vermarkterin

Das Engagement der jungen Rechtspolitikerin für den Jugendsender ist löblich, aber problematisch. Denn was in der Presse geflissentlich unterschlagen wird: Ricklis Arbeitgeberin, die Goldbach Media, vermarktet Energy Zürich auf nationaler Ebene exklusiv. Bis letztes Jahr war das Unternehmen auch Eigentümer von Energy Zürich. Rickli, die für die Goldbach-Tochter Adlink Websites vermarktet, hat also durchaus ein professionelles Interesse am Fortbestand des Senders.

Hat Goldbach Media Rickli in die Medienkampagne für das Überleben von Energy Zürich eingespannt? Die SVP-Frau dementiert entschieden. «Ich arbeite seit über drei Jahren bei Adlink Internet Media. Das ist ein reiner Online-Vermarkter.» Mit der Radiovermarktung der Goldbach Media habe sie im Tagesgeschäft nichts zu tun, sagt sie zu Redaktion Tamedia. Natürlich aber liege es auch in ihrem Interesse, dass das Mutterhaus erfolgreich sei.

Vorstoss in Vorbereitung

Ricklis Einsatz für die Privatradios und ihren Arbeitgeber ist kein Schnellschuss. Sie hat schon in einer Interpellation bereits im März angeregt, die DRS-Sender in den anderen Sprachregionen nicht mehr über UKW, sondern nur noch digital zu verbreiten. Nun spürt die Nachwuchspolitikerin Rückenwind: Sie behält sich, wie sie gestern der Ringier-Presse zu Protokoll gab, einen parlamentarischen Vorstoss vor.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch