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Salomé Balthus sammelt Geld für Klage gegen «Weltwoche»

Die Prostituierte sieht durch ein Porträt ihre Persönlichkeit verletzt. Wegen «horrender Prozesskosten» ist sie nun auf Spendensuche.

«Helft ihr mir?»: Die Berliner Edel-Prostituierten Salomé Balthus will gegen die «Weltwoche» klagen. Foto: Uwe Hauth
«Helft ihr mir?»: Die Berliner Edel-Prostituierten Salomé Balthus will gegen die «Weltwoche» klagen. Foto: Uwe Hauth

Anfang Dezember veröffentlichte die «Weltwoche» einen Artikel über das Rendevous eines Redaktors mit der Berliner Edel-Prostituierten Salomé Balthus. Zu diesem Artikel habe sie nie ihr Einverständnis gegeben, kritisierte Balthus danach.

Sie leitete rechtliche Schritte ein, die sie teuer zu stehen kommen dürften. Wie sie auf der Crowdfunding-Webseite Leechi schreibt, muss sie Prozesskosten von rund 15'000 Franken auslegen, um gegen die Wochenzeitung klagen zu können. «Helft ihr mir?», schreibt Balthus zur Aktion.

Balthus' Anwalt hatte «Weltwoche»-Herausgeber Roger Köppel eine Einigung vorgeschlagen, indem das Magazin seiner Mandantin 25'000 Franken zahle – was dieser bislang ablehnt. Am 20. Februar findet die Verhandlung in Zürich statt. Kommt der Vergleich nicht zustande, muss Balthus klagen, um zu ihrem Recht zu kommen und dafür die Prozesskosten auslegen.

Sollte sie einen allfälligen Prozess gewinnen, werde sie das Geld weiterspenden, schreibt Balthus: an Ban Ying, eine Organisation zum Schutz von Zwangsprostituierten und Opfern von Menschenhandel.

«Ich hoffe, Du bist mir nicht böse»

Das Rendevous zwischen dem «Weltwoche»-Redaktor und ihr sei rein privater Natur gewesen, hatte Salomé Balthus unmittelbar nach Erscheinen des Artikels gesagt. Sie habe ein Interview stets abgelehnt, weil sie «mit einer solch rechten Zeitung nicht zusammenarbeiten möchte». Der Redaktor habe sie als Kunde gebucht. Sie habe zudem während des Gesprächs mehrmals darauf hingewiesen, dass sie keinesfalls in der «Weltwoche» porträtiert oder zitiert werden wolle. Ausserdem seien etliche Zitate falsch oder verdreht wiedergegeben worden.

Der Redaktor habe sich zudem selbst entlarvt, indem er ihr einen Tag nach Veröffentlichung des Artikels eine Karte geschrieben habe. Darin stand, dass er sich freue, sie kennengelernt zu haben. «Du hast mich beeindruckt, weshalb ich unbedingt darüber schreiben wollte – ich hoffe, Du bist mir nicht böse.» Dies sei ein Schuldeingeständnis, so Balthus' Anwalt.

Im Rahmen ihrer Crowdfunding-Aktion kritisiert Balthus auch das Stimmungsbild aus der «Weltwoche»-Redaktion und postet dazu den Tweet eines weiteren Redaktors. «Fällt es gewissen Kreisen von Medien-Männern schwer, das Nein einer Frau zu akzeptieren?», schreibt sie dazu.

Die «Weltwoche» weist die Anschuldigungen zurück: «Frau Balthus wusste, dass sie mit einem Journalisten in journalistischer Mission sprach.»

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