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Sans-Papiers sollen eine Lehre machen dürfen

Jugendliche, die ohne gültige Papiere in der Schweiz leben, sollen nach Ansicht der Migrationskommission ein spezielles Aufenthaltsrecht erhalten. Eine ähnliche Idee hatte bereits das Parlament.

Teil der «schweizerischen Realität»: Sans-Papiers während der Besetzung der Predigerkirche im Winter 2008 in Zürich.
Teil der «schweizerischen Realität»: Sans-Papiers während der Besetzung der Predigerkirche im Winter 2008 in Zürich.

Jugendliche Sans-Papiers, die eine Berufslehre machen möchten, sollen ein spezielles Aufenthaltsrecht erhalten. Dies schlägt die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM) vor.

Die Jugendlichen seien nicht schuld daran, dass sie keinen geregelten Aufenthaltsstatus hätten, schreibt die Migrationskommission in einer Mitteilung vom Montag. Sie sollten die Möglichkeit erhalten, ein eigenständiges Aufenthaltsrecht zu beantragen, das ihnen eine Berufslehre ermögliche.

Die Kommission fordert die Behörden auf, nach Lösungen zu suchen, damit auch die Eltern der Jugendlichen zumindest während der Zeit der Ausbildung ihrer Kinder eine befristete Bewilligung erhalten.

Räte sagten Ja zur Berufslehre

Die Frage der Berufslehre für Sans-Papiers hat auch die eidgenössischen Räte schon beschäftigt. Mit der Überweisung einer Motion beauftragten sie den Bundesrat, den Jugendlichen eine Berufslehre zu ermöglichen.

Die Frage war umstritten, doch vertrat die Mehrheit in den Räten die Auffassung, die gegenwärtige Situation sei ungerecht: Jugendliche ohne Aufenthaltsbewilligung können heute studieren, aber keine Berufslehre absolvieren.

Härtefallgesuche beim Bund

Neue Lösungen verlangt die Migrationskommission auch beim Härtefallverfahren. Wer ein Härtefallgesuch deponiere, müsse in allen Kantonen die gleichen Chancen haben, schreibt die Kommission. Eine mögliche Lösung würde darin bestehen, dass die Gesuche nicht mehr bei den Kantonen, sondern beim Bund eingereicht würden.

Irreguläre Migration gehöre zu einer globalisierten Welt, hält die Kommission fest. Solange die Nachfrage nach «solchen Arbeitskräften» vorhanden sei, bleibe sie bestehen. Insofern gehörten die Sans-Papiers zur schweizerischen Realität, und die Gesellschaft müsse sich damit beschäftigen.

SDA/oku

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