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SBB vergeben heiklen Auftrag

Wer das Gratis-Internet an Bahnhöfen nutzt, landet beim «Blick». Öffentlich ausgeschrieben haben die SBB den Auftrag nicht.

Das Vorgehen der SBB beim Einführen von Gratis-Internet an Bahnhöfen sorgt für Unmut. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)
Das Vorgehen der SBB beim Einführen von Gratis-Internet an Bahnhöfen sorgt für Unmut. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Dem Medienhaus Ringier ist ein Coup gelungen. Personen, die das Gratis-WLAN in SBB-Bahnhöfen ansteuern, sehen seit dem 14. April als Erstes Inhalte von «Blick» und «Blick am Abend» auf ihren Geräten. Das ist eine enorme Zunahme der Reichweite und eine Investition in die Zukunft: Bis Ende 2015 wollen die SBB in den 100 meistfrequentierten Bahnhöfen Gratis-Internet anbieten. 2,5 Millionen Personen frequentieren die grössten Bahnhöfe jeden Tag. Stolz teilte Ringier-Chef Marc Walder den Deal letzte Woche mit. Im TA-Interview sagte er: «Das Angebot wurde ausgeschrieben, ­diverse Kriterien wurden gefordert, wir bekamen den Zuschlag.» Wie Recherchen zeigen, war der Auftrag jedoch nie öffentlich einsehbar und ausgeschrieben worden. So war es anderen Medienhäusern und Inhaltslieferanten nicht möglich, ein Angebot zu unterbreiten. Weder die NZZ-Gruppe, Bluewin, der «Tages-Anzeiger» mit seinem Newsnet-Verbund noch die Pendlerzeitung «20 Minuten» konnten mit SBB-Verantwortlichen über eine Kooperation verhandeln.

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