Keine trächtigen Kühe mehr auf der Schlachtbank

Das Schlachten von trächtigen Kühen und Rindern in der Schweiz ist keine Seltenheit. Neue Massnahmen sollen diesen Missstand nun beheben.

Oft werden Kühe zum Schlachter gebracht, obwohl sie gerade ein Kalb tragen: Ein Metzger vom Schlachthof in Zürich bei der Arbeit. (Archiv)

Oft werden Kühe zum Schlachter gebracht, obwohl sie gerade ein Kalb tragen: Ein Metzger vom Schlachthof in Zürich bei der Arbeit. (Archiv) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Lediglich 30 Prozent der Viehhalter untersuchen ihre Tiere vor dem Verkauf auf Trächtigkeit. Dies führt dazu, dass in der Schweiz jedes Jahr rund 15'000 trächtige Kühe auf die Schlachtbank geführt werden. Ein Missstand, der nun behoben werden soll, wie das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» berichtet.

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, Proviande, hat sich auf eine Regelung geeinigt, die ab dem 1. Februar 2017 in Kraft treten und für alle Rinder ab dem Alter von 18 Monaten und bei Kühen ab fünf Monaten nach dem letzten Abkalbdatum gelten soll.

Im Zweifelsfall den Tierarzt aufbieten

Die Branchenlösung nimmt vor allem die Halter in die Pflicht: Bevor ein Rind oder eine Kuh in den Schlachthof verladen wird, muss der Bauer auf einem separaten Formular zwingend deklarieren, ob ein Tier trächtig ist. Bei Ungewissheit muss er das Tier untersuchen lassen.

Zudem schreibt die Regelung vor, dass trächtige Tiere nur in nicht vermeidbaren Ausnahmesituationen und Notfällen, zum Beispiel nach einem Unfall oder bei einer unheilbaren Krankheit, geschlachtet werden dürfen. Auch die Schlachtbetriebe erhalten Auflagen. Sie müssen künftig Schlachtungen von trächtigen Tieren dokumentieren und den Lieferanten oder Tierhalter darüber informieren. (nag)

Erstellt: 20.01.2017, 11:19 Uhr

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