Schneider-Ammann will härtere Matura

Lieber weniger, dafür bessere Maturanden, fordert der Bildungsminister. Nun soll es schwieriger werden, die Matura zu bestehen.

Ihre Leistungen in Mathe und der Hauptsprache könnten künftig wichtiger werden: Gymischüler in Lugano. (Archivbild: Keystone)

Ihre Leistungen in Mathe und der Hauptsprache könnten künftig wichtiger werden: Gymischüler in Lugano. (Archivbild: Keystone)

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Die Schweizer Hochschulen klagen über nicht studierfähige Kantonsschulabgänger. Auch Bildungsminister Johann Schneider-Ammann hätte lieber etwas weniger, dafür bessere Maturanden, wie er schon mehrfach antönte. Die jungen Erwachsenen hätten oft ungenügende Kenntnisse in einer Erstsprache und Mathematik. Das soll sich jetzt ändern.

Die kantonale Erziehungsdirektorenkonferenz soll die Matura verschärfen, fordert Schneider-Ammann. Die «NZZ am Sonntag» zitiert aus einer Stellungnahme des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF): «Das WBF ist der Ansicht, dass die Bedingungen zum Bestehen des Maturitätszeugnisses jetzt überprüft werden sollten.»

Nicht mehr so leicht kompensieren

Konkret: «Allgemein müssen die Regeln dahingehend verändert werden, dass es schwieriger ist, Lücken in den wichtigsten Fächern zu kompensieren.» So soll es nicht mehr möglich sein, dass Schüler ihre Defizite in Sprachen oder Mathematik mit guten Leistungen in beispielsweise Musik oder Sport kompensieren können. Nach der heutigen Regelung muss im Maturazeugnis jede ungenügende Note unter 4 durch zwei Hochpunkte (Note über 4) kompensiert werden.

Die EDK will das Thema angehen, wie Präsident Christoph Eymann in der «NZZ am Sonntag» sagt: «WBF und EDK sind übereingekommen, eine Überprüfung der Bestehensnormen gemeinsam an die Hand zu nehmen.» Eine Arbeitsgruppe soll nun eine Bestandesaufnahme machen – dann soll über weitere Schritte entschieden werden.

Signalwirkung

Michael Hengarter, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz und Rektor der Uni Zürich, ist zufrieden: «Eine stärkere Gewichtung von Mathematik und Deutsch bei den Maturafächern hat eine Signalwirkung. Das finde ich gut.» Auch die Konferenz der Schweizerischen Gymnasialrektoren begrüsst die Diskussion um eine Anpassung der Vorgaben für das Bestehen der Matura. (woz)

Erstellt: 24.04.2016, 09:34 Uhr

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