Zum Hauptinhalt springen

Schweiz stellt europäische Steuersünder an den Pranger

Die Steuerverwaltung geht mit Daten mutmasslicher Steuersünder nicht zimperlich um. Sie haben mehrere Adressen und Namen herausgegeben. Die Verwaltung bezeichnet es als «schon speziell».

Gaetan Bally, Keystone

Die eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat im Rahmen mehrerer Amtshilfeverfahren den vollen Namen, das Geburtsdatum und die letztbekannte Adresse Dutzender mutmasslicher ausländischer Steuersünder veröffentlicht, die nicht erreichbar waren. Das zeigen Recherchen der SonntagsZeitung.

«Es ist natürlich schon speziell, dass man den Namen einer von einem Amtshilfeersuchen betroffenen Person outet», sagt Alexandre Dumas von der ESTV. Aber man wolle jedem die Chance geben, seine Rechte wahrzunehmen. Einer der Betroffenen ist Francisco José Ortiz von Bismarck, ein Ur-Ur-Enkel von Deutschlands erstem Reichskanzler. Ein Hinweis, woher die deutschen Behörden die Kundennamen haben, findet sich im Bundesblatt: Die Beamten waren nicht in der Lage, eine Zustelladresse für Credit Suisse Life Bermudas zu finden.

Diese Tochtergesellschaft der Grossbank geriet vor ein paar Jahren in die Schlagzeilen, weil ein Mitarbeiter aus der Schweizer Zentrale die Daten Tausender Kunden mit nach Deutschland nahm. Bei einer Razzia in der Filiale in Frankfurt am Main wurden sie dann entdeckt. Doch es sind nicht nur Deutsche, die ihren Namen im Bundesblatt lesen können. Offenbar laufen Amtshilfeverfahren mit Frankreich, Norwegen, Schweden, Spanien, Israel, Indien und Grossbritannien. Bürger aus diesen Ländern werden namentlich genannt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch