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Schweiz will sich im Korea-Konflikt weiter engagieren

Für die abtretende Aussenministerin Calmy-Rey ist die Entwicklung nach dem Tod Kim Jong-ils schwierig abzuschätzen. Möglicherweise biete die Führung in den nächsten Jahren Hand für neue Lösungen.

Am schweizerischen Engagement in Korea ändere sich vorerst nichts: Micheline Calmy-Rey bei ihrem historischen Übertritt der Demarkationslinie zwischen Süd- und Nordkorea.
Am schweizerischen Engagement in Korea ändere sich vorerst nichts: Micheline Calmy-Rey bei ihrem historischen Übertritt der Demarkationslinie zwischen Süd- und Nordkorea.
Keystone

Die abtretende Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hält es für verfrüht, nach dem Tod von Kim Jong-il bereits eine Einschätzung über die weitere Entwicklungen in Nordkorea zu machen. Am schweizerischen Engagement in Korea ändere der Tod des bisherigen Machthabers aber nichts, sagte sie in einem Interview der «Sonntagszeitung».

Die durch den Machtwechsel in Nordkorea einhergehenden Risiken seien schwer einzuschätzen. In den letzten 60 Jahren hätten sich Phasen der Entspannung mit Phasen erneuter Spannung abgewechselt, so Calmy-Rey. Die militärischen Vorfälle im Jahr 2010 gehörten dabei zu den schwerwiegendsten Ereignissen seit Ende des Koreakriegs 1953.

Die Beilegung der jahrzehntealten Konflikte sei sehr schwierig. Möglicherweise biete die nordkoreanische Führung in den nächsten Jahren Hand für neue Lösungen, sagte Calmy-Rey weiter. Ziel der Schweiz sei es weiterhin, im Korea-Konflikt einen Beitrag zu Frieden und Stabilität zu leisten.

Schweiz hat kondoliert

Die Schweiz hat unter anderem mehrere Male Verhandlungen hochrangiger Vertreter der beiden Koreas und der Weltmächte beherbergt. Zudem arbeitet sie seit dem Ende des Koreakrieges in der Neutralen Kommission mit, welche den Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea überwacht.

Man könne nicht erwarten, dass diese gute Dienste der Schweiz den Konflikt auf die Schnelle lösen könnten, erklärte Calmy-Rey weiter. Sie zeigt sich aber überzeugt davon, dass durch so der Dialog zwischen den Parteien aufrechterhalten werde und damit militärische Konfrontationen so weit als möglich vermieden würden.

Über den Hinschied Kim Jong-il sei das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) durch die nordkoreanische Regierung informiert worden. Die Schweiz hat laut Calmy-Rey Nordkorea im protokollarisch üblichen Rahmen kondoliert.

Konflikt um Trauerfeier

Nordkorea hat den Süden aufgefordert, seine Beschränkungen für Reisen zur Trauerfeier des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il zu lockern. Ansonsten drohten «unvorhersehbare katastrophale Konsequenzen», zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA heute Sonntag einen Vertreter des Komitees für die friedliche Wiedervereinigung Koreas.

Das abgeschottete Land hatte am Donnerstag angekündigt, dass es seine Grenze für alle Südkoreaner öffnen werde, die in Pyongyang ihre Trauer über den Tod Kims bekunden wollten. Seoul hat jedoch nur zwei privaten Delegationen die Reise erlaubt, eine offizielle Delegation zu der für Mittwoch geplanten Trauerfeier entsendet der Süden nicht. Kim war nach amtlichen nordkoreanischen Angaben vor einer Woche im Alter von 69 Jahren auf einer Bahnfahrt an einem Herzinfarkt gestorben.

Zum Nachfolger an der Spitze des international isolierten Staates wurde sein jüngster Sohn Kim Jong-un ernannt. Offiziell befindet sich Pyongyang seit dem Koreakrieg (1950-1953) im Kriegszustand mit Seoul. Nach dem Tod Kims hatte der Süden seine Armee in Alarmbereitschaft versetzt.

(SDA)

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