Schweizer Armee führt SMS-Mobilmachung ein

Auch wer in den Ferien ist, soll künftig vom Militär mobilisiert werden können. 20'000 Armeeangehörige sind betroffen.

Wer ein SMS erhält, muss innerhalb von 24 bis 96 Stunden antreten. (Archivbild)

Wer ein SMS erhält, muss innerhalb von 24 bis 96 Stunden antreten. (Archivbild) Bild: Christian Beutler/Keystone

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Die Schweizer Armee will Soldaten per SMS mobilisieren können. Würde die Schweiz infiltriert oder von Naturkatastrophen heimgesucht, könnten 20'000 Armeeangehörige eine Nachricht auf dem Handy erhalten. Das geht auch, wenn man in den Ferien ist.

Mit der Neuerung sollen zivile Behörden im Bedarfsfall unterstützt werden, wie der «Blick» berichtet. Mögliche Auslöser könnten Hochwasser sein, Erdbeben oder Terror. Felsstürze gehören offenbar nicht dazu. Bondo und Gondo seien keine Ereignisse von nationaler Bedeutung gewesen.

Arbeitgeber sind informiert

Mit dem neuen System – «E-Alarm» genannt – seien innerhalb von 24 bis 96 Stunden mehrere Tausend Armeeangehörige mobilisiert. Weitere 35'000 Tausend Soldaten könnten innerhalb von zehn Tagen per Marschbefehl aufgeboten werden, wie die Zeitung schreibt. Betroffen seien Truppen der Infanterie, Genie, Rettung und Militärpolizei. Auch Logistik, Sanität und Luftwaffe würden mithelfen.

Das System soll 2022 eingeführt werden. Weil es Auswirkungen am Arbeitsplatz hat, seien Gewerbe- und Arbeitgeberverbände von der Armee informiert worden. «Wir erachten das System der Mobilmachung als sinnvoll», sagt Valentin Vogt, Präsident des Arbeitgeberverbands dem «Blick».

Kernkraftwerk und Flughafen

Mit der unter Bundesrat Ueli Maurer eingeleiteten Reform sind Bestrebungen für eine kleinere und schlagkräftigere Armee im Gang. Nach dem Willen des Bundesrats soll mit einer beschleunigten Mobilisierung auf verschiedene Szenarien reagiert werden können. Eine solche wäre, dass sich hierzulande eine islamistische Terrororganisation ausbreitet. Auch könnte ein Kernkraftwerk oder der Flughafen Zürich Schutz durch das Militär benötigen. (nxp)

Erstellt: 07.01.2018, 17:20 Uhr

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