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So viel geben Schweizer für spezielle Autonummern aus

Das Kennzeichen ist für viele Fahrzeugbesitzer offensichtlich nicht egal. Sie greifen für begehrte Schilder tief in die Tasche.

Schöner Zustupf für die Kantonskasse: SG 1 ist für 135'000 Franken verkauft worden. (Keystone/Archiv)
Schöner Zustupf für die Kantonskasse: SG 1 ist für 135'000 Franken verkauft worden. (Keystone/Archiv)

Eine Umfrage von CH Media hat ergeben: Herr und Frau Schweizer lieben spezielle Autokennzeichen. Anders ist es nicht zu erklären, dass im Jahr 2019 nicht weniger als 14 Millionen Franken durch den Verkauf ausgefallener Nummernschilder ausgegeben wurden.

Dabei wurden allein im Kanton Zürich 3,56 Millionen Franken für spezielle Schilder bezahlt. Generell dürfen sich die Strassenverkehrsämter in bevölkerungsreichen Kantonen über diese Liebhaberei freuen. Grundsätzlich gilt: Je weniger Autos, desto geringer sind die Einnahmen. Im Kanton Glarus sind die speziellen Schilder weniger begehrt als etwa in Zürich oder Bern.

Auch bei den Autokennzeichen herrscht im Land ein gewisser «Kantönligeist». So wird die Vergabe dieser unterschiedlich gehandhabt. In Appenzell Innerrhoden liegt die Gebührenobergrenze für Schilder bis AI 999 bei 2000 Franken. In Luzern blättert man für Schilder, die tiefer sind als LU 999, fix 10'000 Franken hin. Sehr oft werden die Kontrollschilder in Internetauktionen versteigert, mit erstaunlichen Summen. So zahlt man für SG 1 satte 135'000 Franken, für VS 1 gar 30'000 Franken mehr. Das Amt in Basel-Stadt dagegen verscherbelt die Nummer 1 nicht. Und die Nummer 2 brachte gemäss Media CH nur 28'500 Franken ein.

In anderen Kantonen sind die tiefen Nummern besonderen Zwecken vorbehalten. AG 1 ist für die Polizei reserviert, NW 1 oder GR 1 sind bei Regierungsfahrzeugen angebracht.

Eigentlich Hoheitsabzeichen

Das bisher teuerste Schild wurde im Kanton Zug verkauft: ZG 10 war dem Autobesitzer oder der Wagenbesitzerin 233'000 Franken wert. Will der Inhaber sein Schild nicht mehr, so kann er es verkaufen. Kürzlich war auf der Onlineplattform Ricardo die Nummer ZG 32 für 60'000 Franken ausgeschrieben. Allerdings: In den meisten Kantonen ist die Übertragung nur an Ehepartner oder Familienmitglieder erlaubt.

Im Thurgau dürfen Private ihre Schilder über die öffentliche Auktionsplattform verkaufen. Die Behörden in Schaffhausen dagegen verweigern das Einlösen, wenn ein Autokennzeichen zuvor privat versteigert wurde.

Dass der Handel mit den Autonummern in der Schweiz auf privater Basis erlaubt ist, erstaunt doch: Kennzeichen gelten eigentlich als Hoheitsabzeichen. Aus diesem Grund müssen sie ausschliesslich in der Schweiz hergestellt werden.

Die ganze Sache ins Rollen gebracht hat übrigens der Kanton Solothurn. 1994 war die Staatskasse nach dem finanziellen Debakel der Kantonalbank ziemlich leer. So wurden erstmals Kennzeichen versteigert, mit der Folge, dass SO 1 immerhin 20'000 Franken Erlös in die Staatskasse spülte. Weil der ehemalige Käufer gestorben ist und sich das Schild wieder bei den Behörden befindet, darf sich nun Roland Heim, Vorsteher des kantonalen Finanzdepartements, auf einen hübschen Zustupf freuen.

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