Zum Hauptinhalt springen

Schweizer Geschichte ohne Frauen

Im November lanciert die SRG ihr Prestigeprojekt «Die Schweizer». Unter den porträtierten Persönlichkeiten ist allerdings keine einzige Frau. Nun gerät die öffentlich-rechtliche Geschichtslektion unter Beschuss.

Die Porträtierten der SRG: Hans Waldmann, Stefano Franscini, Niklaus von Flüe, Alfred Escher, Henri Dufour und Werner Stauffacher.
Die Porträtierten der SRG: Hans Waldmann, Stefano Franscini, Niklaus von Flüe, Alfred Escher, Henri Dufour und Werner Stauffacher.
SRG

Eine breite Allianz von prominenten Politikerinnen wehrt sich gegen das Geschichtsbild, das die SRG in ihrer 5-Millionen-Franken-Produktion «Die Schweizer» vermitteln will, wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt. Dabei ist es ein Prestigeprojekt von SRG-Generaldirektor Roger de Weck. Im November lanciert das Schweizer Radio und Fernsehen auf allen Kanälen und in allen vier Landesteilen eine Geschichtsdebatte zum Selbstverständnis der Schweiz.

Höhepunkt des Themenmonats mit dem Titel «Die Schweizer» sind vier abendfüllende Filme über sechs grosse Figuren der Geschichte. Bereits vor der Ausstrahlung gerät die öffentlich-rechtliche Geschichtslektion nun unter Beschuss. Denn unter den porträtierten Persönlichkeiten findet sich keine einzige Frau.

«Einseitiges Geschichtsbild»

Zu den Kritikerinnen gehören fast alle noch lebenden aktuellen und früheren Präsidentinnen des Parlaments. «Es ist unfassbar, dass wir im Jahr 2013 noch immer gegen ein einseitiges Geschichtsbild kämpfen müssen», sagt Judith Stamm (CVP), Nationalratspräsidentin im Jahr 1997. Die aktuelle Amtsinhaberin Maya Graf (Grüne) sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Schon der Titel macht klar, dass die Frauen mit dieser Serie nicht angesprochen sind. Es kann doch nicht sein, dass in der heutigen Zeit diese Sensibilität noch immer fehlt.»

SP-Ständerätin Pascale Bruderer, Nationalratspräsidentin im Jahr 2009, spricht von einer «verpassten Chance». SP-Nationalrätin Yvonne Feri hat im Namen der SP-Frauen und mit 30 Unterschriften aus der SP-Fraktion bei Roger de Weck gegen das männerlastige SRG-Projekt protestiert. Auch CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann intervenierte schriftlich.

Die SRG verweist die Kritikerinnen an das Rahmenprogramm, in dem auch «historisch bedeutende Schweizerinnen» porträtiert werden sollen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch