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Schweizer Soldaten im Kosovo: Saufgelage und Schlägereien?

Der Alltag der Schweizer Soldaten im Kosovo soll geprägt sein von Saufgelagen, Bordellbesuchen und Schlägereien. Dies behauptet die «Weltwoche» in ihrer aktuellen Ausgabe.

Das Wochenblatt berichtet von desolaten Zuständen unter den Swisscoy-Soldaten im Kosovo: Führungslosigkeit, Chaos, Alkoholexzesse und Prostitution seien an der Tagesordnung. Das Wochenblatt beruft sich dabei auf Personen aus dem engsten Führungskreis um Kommandant Hannes Göldi.

Hauptschauplatz sei das Camp Casablanca beim Städtchen Suva Reka. Dort seien 210 Schweizer stationiert, denen es an sinnvollen Aufgaben mangele und die sich langweilen würden. Die Soldaten sind Teil der Kosovo-Truppe, kurz KFOR. KFOR heisse «Krasse Ferien ohne Rechnung», werde im Lager gewitzelt. Im Internet kursieren Videos von Schweizer Soldaten unter diesem Titel. Alkoholismus sei unter den Swisscoy-Soldaten verbreitet, in illegalen Bars werde bis zur Besinnungslosigkeit getrunken. Gefeiert werde fast ausnahmslos jeden Abend. «Nicht alle Infanteristen waren enthemmte Alkoholiker. Aber viele», so ein Armeekader gegenüber der «Weltwoche».

Einzelfälle?

Die beteiligten Kader, die anonym bleiben wollen, ärgern sich vor allem über Kommandant Hannes Göldi, der das Treiben toleriert habe. Die «Weltwoche» hat nach eigenen Angaben vergeblich versucht, eine Stellungnahme von Göldi zu erhalten.

Hannes Göldi ist allerdings schon seit gut zwei Monaten nicht mehr Kommandant der Swisscoy 21. Die Führung im Kosovo wechselt im Rotationssystem alle sechs Monate.Redaktion Tamedia konnte mit einem Swisscoy-Soldaten sprechen, der im Jahr 2003 im Camp Casablanca Dienst leistete. Gemäss ihm seien es nur einzelne Personen gewesen, die täglich über die Stränge geschlagen hätten. «Ihnen hätte mehr Führung gut getan», sagt der heutige Bankangestellte, der wegen seiner Schweigepflicht ebenfalls anonym bleiben möchte. Die meisten Soldaten hätten sich primär auf die zahlreichen täglichen Aufgaben wie Strassensperren errichten, Transporte und Wasseraufbereitung konzentriert. Der Ex-Soldat gibt allerdings zu, dass schon damals illegale Bars im Camp existiert hätten. Von Bordellbesuchen habe er jedoch nie gehört.

Er gibt zu bedenken, dass die Lage vor sieben Jahren im Kosovo womöglich anders gewesen sei als heute. «Wir hatten damals einen klaren Auftrag, es war nie langweilig. Ich kann mir vorstellen, dass es heute anders ist.»

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