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Schweizer Sperma beglückt die Welt

Viehzüchter in Polen und Österreich setzen auf Schweizer Stiere. Die Marktführerin Swissgenetics hat im letzten Geschäftsjahr 550'000 Portionen Rindersamen exportiert. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Zweimal die Woche wird abgesamt. Der Stier besteigt in der Sprunghalle Mülligen den Bock und ejakuliert in eine Gummivagina. Seine Stierkollegen gucken ihm vom Manegenrand her zu, die beringten Nasen an Eisenpollern festgebunden. «Das Zusehen regt sie an, macht sie, auf gut Deutsch, spitz», sagt Hans-Ulrich Moser von Swissgenetics. Lässt man den Muni antreten, ohne dass er vorher dem Kollegen zusah, so erhält man qualitativ schlechteres Sperma.

Dünner Samen lässt sich nicht verkaufen. Seit 1960 ist Swissgenetics die führende Anbieterin von Schweizer Stiersperma. Sie beliefert Züchter und Zwischenhändler auf der ganzen Welt und hat einen Jahresumsatz von rund 55 Millionen Franken. Bis Mitte der 90er-Jahre hiess die Firma noch Schweizerischer Verband für Künstliche Besamung und hatte eine Monopolstellung in der Schweiz. Seit 2004 konzentriert sie sich unter englischem Namen vermehrt auch auf das Exportgeschäft.

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