Zum Hauptinhalt springen

Schweizweite Rayonverbote für Hooligans

Rayonverbote gegen Hooligans sollen künftig für das ganze Land gelten. Zudem sollen Straftäter «konsequenter und rascher verfolgt werden». So will es die Swiss Football League (SFL).

Die Stadt Zürich ist in sechs Rayons unterteilt: A = Hallenstadion, B = Autobahnzubringer, Park & Ride, C = ehemaliges Hardturmstadion, D = Letzigrundstadion, E = Hauptbahnhof, F = Bellevue, Stadelhofen.Bild: TA-Grafik: Laurent Wolf
Die Stadt Zürich ist in sechs Rayons unterteilt: A = Hallenstadion, B = Autobahnzubringer, Park & Ride, C = ehemaliges Hardturmstadion, D = Letzigrundstadion, E = Hauptbahnhof, F = Bellevue, Stadelhofen.Bild: TA-Grafik: Laurent Wolf
TA-Grafik: Laurent Wolf
Gewaltbereite FCB-Fans stürmen im Letzigrund das Spielfeld, um sich im benachbarten Sektor mit FCZ-Hooligans zu prügeln. (17. Mai 2009)
Gewaltbereite FCB-Fans stürmen im Letzigrund das Spielfeld, um sich im benachbarten Sektor mit FCZ-Hooligans zu prügeln. (17. Mai 2009)
Keystone
Vermummte GC-Anhänger beim Super League Spiel zwischen dem FC Sion und dem Grasshopper Club Zürich (24. November 2012) im Stadion Tourbillon in Sion.
Vermummte GC-Anhänger beim Super League Spiel zwischen dem FC Sion und dem Grasshopper Club Zürich (24. November 2012) im Stadion Tourbillon in Sion.
Olivier Maire, Keystone
1 / 9

Einen Tag nach dem vorläufig letzten Runden Tisch gegen Gewalt im Sport haben die Swiss Football League (SFL) und ihre Klubs drei Massnahmen gegen Straf- und Gewalttäter rund um Fussballspiele akzeptiert. So sollen Rayonverbote gegen Hooligans künftig für die ganze Schweiz gültig sein.

«Wer innerhalb oder ausserhalb von Spielorten Gewalt anwendet, soll umgehend mit einem Stadionverbot, einem national gültigen Rayonverbot sowie einer Meldeauflage bestraft werden», teilte die SFL mit.

Die zweite Massnahme betrifft die Sicherung der Beweismittel: So wollen die SFL und die Klubs die Qualität der Videoüberwachungsanlagen in und um die Fussballstadien überprüfen und verbessern. Straftäter sollen «effektiv identifiziert» werden können, schreibt die SFL.

Service für Gäste verbessern

Drittens wollen die SFL und die Vereine ein einheitliches Konzept zum Umgang mit den Gästefans entwickeln. So solle etwa der Service für die friedlich anreisenden Fans verbessert werden.

Die Rede ist von mehr Eingängen, WC- und Cateringanlagen, effizienteren Eingangskontrollen und einer einheitlichen Ticketverkaufspraxis. Gästesektor-Tickets wollen die Klubs nur noch via Fanverantwortliche der Gästeklubs verkaufen.

Die SFL und ihre Klubs werden die drei Initiativen in den nächsten Monaten «mit Hochdruck» vorantreiben und die nötigen politischen Prozesse aktiv unterstützen, wie die SFL schreibt.

Kein Kompromiss beim Kombiticket

Die drei Massnahmen wurden auch am Runden Tisch diskutiert, der am Donnerstag vorläufig zum letzten Mal auf nationaler Ebene getagt hatte. Die SFL und die Vereine machten einen Tag später mit den drei neuen Initiativen zwar Zugeständnisse - bei den wirklich umstrittenen Fragen blieben sie jedoch hart.

Die Vereine und die SFL lehnen das Kombi-Ticket für Auswärtsspiele oder flächendeckende ID-Kontrollen an den Stadioneingängen weiterhin ab. Solche «Pauschalmassnahmen» führten nicht ans Ziel, schreibt die SFL dazu. Mit Einführung des Kombitickets dürften Fans nur noch via organisierten Fantransport an Auswärtsspiele reisen.

Öffentliche Schelte

Die Strategie der SFL und der Klubs «Sicherheit und Prävention in Kooperation» habe sich bewährt, ist die SFL überzeugt. Der Ansatz werde jedoch zurzeit durch «unsachliche, praxisfremde und nicht konstruktive öffentliche Schelte und Schuldzuweisungen verschiedener Exponenten torpediert», schreibt sie mit Blick auf die öffentliche Debatte.

Unter anderen die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) hatte sich wiederholt für strengere Massnahmen gegen Hooligans ausgesprochen.

Zur Debatte stand und stehen neben dem Kombiticket auch die Einführung einer Fancard, mit der sich die Fans vor dem Stadion ausweisen müssen, oder eine allgemeine Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Ligen. Diese würde bedingen, dass die Sportklubs mit den Behörden für jeden Match die Rahmenbedingungen ausarbeiten.

SDA/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch