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Selbst montieren statt am Stück kaufen

Beim Kauf der Gripen-Kampfjets rechnet Armasuisse damit, dass die Endmontage in der Schweiz erfolgen könnte. Ein Verfahren, das schon bei früheren Militärjets angewendet wurde – wegen Know-how und Jobs.

Grossauftrag: Endmontage einer FA-18-Hornet in den Neunzigerjahren bei der damaligen Schweizerischen Unternehmung für Flugzeuge und Systeme (SF) in Emmen, bei der ...
Grossauftrag: Endmontage einer FA-18-Hornet in den Neunzigerjahren bei der damaligen Schweizerischen Unternehmung für Flugzeuge und Systeme (SF) in Emmen, bei der ...
Keystone
... die Ingenieure und Techniker ...
... die Ingenieure und Techniker ...
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Nicht mehr in Dübendorf: Ein F/A-18 Jet beim Abdrehen kurz nach dem Start auf dem Militärflugplatz. Im Dezember 2005 fanden dort die letzten Starts der Kampfjets statt.
Nicht mehr in Dübendorf: Ein F/A-18 Jet beim Abdrehen kurz nach dem Start auf dem Militärflugplatz. Im Dezember 2005 fanden dort die letzten Starts der Kampfjets statt.
Keystone
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«Im Moment rechnen wir damit, dass die Endmontage des Gripen in der Schweiz erfolgen wird», zitierte die «Aargauer Zeitung» (Artikel online nicht verfügbar) in ihrer heutigen Ausgabe Jürg Weber, den verantwortlichen Projektleiter von Armasuisse, am Rande der Medienkonferenz, als der Kauf von 22 Gripen-Kampfjets verkündet wurde. Mit diesem Vorgehen steht die Schweiz nicht allein: Regierungsbehörden und Rüstungsfirmen in vielen Ländern hoffen darauf, neben Aufträgen auf diese Weise auch mehr Know-how über gekauften Kampfjets oder andere Waffensysteme zu bekommen.

Hierzulande wurde dieses Verfahren in den Siebzigerjahren zum Beispiel beim Northrop Tiger F-5 durchexerziert – und in den Neunzigern dann bei der Beschaffung des F/A-18, dem zweistrahligen Kampfflugzeug des amerikanischen Herstellers McDonnell Douglas, der heute zum Boeing-Konzern gehört. Nachdem das Stimmvolk im Juni 1993 die Volksinitiative «für eine Schweiz ohne neue Kampfflugzeuge» abgelehnt hatte, begann die Prozedur im Januar 1996 offiziell mit einem Festakt in St. Louis, USA. Unter Gebimmel von Kuhglocken präsentierte der Hersteller in Anwesenheit von Schweizer Militärs und Industriellen die erste von zwei «Hornets» für die Schweiz, die am Stück geliefert wurden: einen Einsitzer und Doppelsitzer.

Arbeit für «1470 Personenjahre» angekündigt

Zu diesem Zeitpunkt waren schon die ersten Bauteile für die Montage weiterer 32 F/A-18 aus den Vereinigten Staaten mit einer Herkules-Transportmaschine in Emmen eingetroffen – bei der damaligen SF, Schweizerische Unternehmung für Flugzeuge und Systeme in Emmen, die im Jahr 1999 in der Ruag Holding AG aufging. Das Projekt sollte sich auch für die Mitarbeiter lohnen. Mit der direkten Beteiligung an der Produktion würden in der Schweiz Arbeitsplätze im Umfang von insgesamt «1470 Personenjahren» gesichert, teilte Firmendirektor Werner Salzmann im Juni 1996 mit.

Aus Einzelteilen wurde von den Fachkräften in Emmen der Rumpf zusammengefügt, anschliessend Flügel, Höhenleitwerke, Fahrwerke und weitere Bauteile bis hin zur Elektronik, Hydraulik und den beiden Triebwerken. Neben Komponenten aus den USA, so betonten die Bundesbehörden damals in einer Pressemitteilung, wurden auch Bauteile aus Schweizer Fabrikation eingebaut – doch vor allem sollte der Grossauftrag im Unternehmen über fünf Jahre 50 Arbeitsplätze sichern.

Ertragreiche Aufträge für zahlreiche Unternehmen

Wie die Ruag auf Anfrage mitteilte, haben zusätzlich etwa 50 Mitarbeiter in den Bereichen Engineering und Support die Endmontage in Teilzeit unterstützt. Daneben profitierten zahlreiche Zulieferer. In einem Bericht vom Juli 1996 nannte die «Handelszeitung» als schwergewichtige Involvierte die Pilatus Flugzeugwerke, die an den Aussenflügeln mitarbeiteten, Gallay in Grand-Lancy mit Beiträgen für die Brennstofftanks, Mecaplex in Grenchen und weitere Unternehmen.

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