Zum Hauptinhalt springen

Senioren am Steuer – Hausärzte befürworten Fahrtests ab 75

Die Fahrtüchtigkeit von älteren Menschen verringert sich nicht automatisch ab 70 – diese Meinung wird nun auch von ärztlicher Seite vertreten.

Wer älter wird, kann ein Verkehrsrisiko darstellen: Ein Senior hält den Autoschlüssel zum Anlassen bereit. (Symbolbild)
Wer älter wird, kann ein Verkehrsrisiko darstellen: Ein Senior hält den Autoschlüssel zum Anlassen bereit. (Symbolbild)
Keystone

Früher oder später stellen viele Autofahrer ein Sicherheitsrisiko für den Strassenverkehr dar. Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist, darüber wird seit Jahren diskutiert. Zurzeit gilt noch die Regelung, dass sich Fahrer ab 70 Jahren alle zwei Jahre einem Gesundheitscheck unterziehen und die Kosten dafür selber übernehmen müssen.

Als «Schikane» und «Diskriminierung» werde dies empfunden, so umschreibt es der Aargauer SVP-Nationalrat Maximilian Reimann. Am 18. Juni 2015 hatte er einen parlamentarischen Vorstoss eingereicht, wonach das Alter für die obligatorischen Gesundheitschecks auf 75 angehoben werden soll. Nach einem intensiven Kampf befindet sich eine entsprechende Gesetzesanpassung mittlerweile in der Vernehmlassung.

Eigenverantwortung und steigende Fitness

Laut einem Bericht des «Blick» erhält die Vorlage nun Aufwind von der Seite, welche die Checks in der Regel durchführt: den Hausärzten.

Es sei zu beobachten, dass viele Senioren im Alter zwischen 70 und 75 Jahren noch die nötigen Voraussetzungen für das Autofahren erfüllten. Philippe Luchsinger, Präsident des Verbands Haus- und Kinderärzte Schweiz, sagt, die frühen Kontrollen seien unverhältnismässig und eine unnötige Zusatzbelastung für die Hausärzte. Viele Senioren würden das Billett zudem freiwillig abgeben, wenn sie sich nicht mehr fahrtauglich fühlten.

Kritik wegen einer Abschwächung der Verkehrssicherheit war jedoch im Vorfeld schon laut geworden. Und noch ist das Gesetz nicht in Stein gemeisselt. Reimann jedoch freue sich laut Bericht über den Zuspruch der Ärzte und sehe den Weg schon fast geebnet.

Neue Regelungen seit 2016

Bereits am 1. Juli 2016 traten neue Regeln für die verkehrsmedizinische Untersuchung für Senioren über 70 in Kraft. Der «Kassensturz» hat die wesentlichsten Veränderungen zusammengefasst.

Dazu gehört unter anderem, dass verkehrsmedizinische Tests nur noch von Ärzten durchgeführt werden, die von der kantonalen Behörde anerkannt sind. Neu ist auch die Möglichkeit, dass ein Arzt, der unsicher bei der Beurteilung eines Seniors ist, dies einer Fachkraft mit höherer Anerkennungsstufe überlässt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch