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Sie nannten ihn «Rico»

Efrem Cattelan ist tot. Unter dem Decknamen «Rico» hatte der Oberst die geheime P-26 gegründet und geführt. Erst spät durfte er seine Widerstandsorganisation verteidigen. Einige Geheimnisse nimmt er nun mit ins Grab.

Nachdem die geheime Widerstandsorganisation P-26 im Jahr 1989 aufgeflogen ist, wird eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) eingesetzt. Die PUK-Mitglieder, Ständerat Carlo Schmid, rechts, und Nationalrat Werner Carobbio, links, informieren im November 1990 im Bundeshaus über die Untersuchungsergebnisse.
Nachdem die geheime Widerstandsorganisation P-26 im Jahr 1989 aufgeflogen ist, wird eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) eingesetzt. Die PUK-Mitglieder, Ständerat Carlo Schmid, rechts, und Nationalrat Werner Carobbio, links, informieren im November 1990 im Bundeshaus über die Untersuchungsergebnisse.
Keystone
Im Dezember 1990 nimmt Efrem Cattelan, rechts, alias Rico, seit 1979 Chef der Geheimarmee P-26, erstmals Stellung zur von ihm mitaufgebauten und geleiteten geheimen Widerstandsorganisation. Unterstützt wird er vom früheren Generalstabschef und Historiker Hans Senn, links. Generalstabschef Heinz Häsler, Mitte, versichert seinerseits, dass die Organisation definitiv aufgelöst werde.
Im Dezember 1990 nimmt Efrem Cattelan, rechts, alias Rico, seit 1979 Chef der Geheimarmee P-26, erstmals Stellung zur von ihm mitaufgebauten und geleiteten geheimen Widerstandsorganisation. Unterstützt wird er vom früheren Generalstabschef und Historiker Hans Senn, links. Generalstabschef Heinz Häsler, Mitte, versichert seinerseits, dass die Organisation definitiv aufgelöst werde.
Keystone
Der Bunker ist als harmlose Scheune getarnt. Bunkerbesitzer Daniel Miescher möchte daraus ein Museum machen.
Der Bunker ist als harmlose Scheune getarnt. Bunkerbesitzer Daniel Miescher möchte daraus ein Museum machen.
Alessandro della Valle, Keystone
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Als die «Weltwoche» 1990 den Chef der schweizerischen Geheimgruppierung P-26 enttarnte, war die Überraschung perfekt. An der Spitze stand kein schnittiger Kämpfer und auch kein Vertreter der damals noch recht grossen Stahlhelm-Fraktion im Eidgenössischen Militärdepartement. Der Basler Efrem Cattelan war optisch eine Mischung aus Papa Moll und Michail Gorbatschow. Und er war ein humorvoller Mensch. Möglichkeiten und Grenzen schätzte er realistisch ein – sowohl persönlich als auch für seine mythenumrankte Organisation. Doch das erfuhr damals kaum jemand, denn Cattelan musste abtauchen, während er und seine P-26 zum Skandalthema wurden.

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