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Sie sind gut, aber nicht gut genug

Schwule und Lesben sind gut für die denkbar schwierigste Aufgabe. Nur adoptieren sollen sie nicht. Warum das gerecht sein soll, müssen Adoptionsgegner erst einmal erklären.

MeinungVon Simone Rau

Der Kanton Genf sucht dringend Pflegeeltern für Kleinkinder. Auch im Rest der Schweiz ist die Not gross: Die Behörden suchen ständig nach Familien für Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern bleiben können. Um den Kreis möglicher Pflegeeltern auszuweiten, spricht die Stadt Zürich seit diesem Herbst gezielt homosexuelle Paare an. Das ist gut so: Entscheidend für das Wohl der Kinder ist weder das Geschlecht noch die sexuelle Orientierung der Pflegeeltern. Sondern vor allem Liebe, Fürsorge, Stabilität und Sicherheit – allesamt Dinge, die die Kinder bei ihren leiblichen Eltern nicht erfahren haben. Von ihren Pflegeeltern werden sie diese bekommen.

Es ist keine Überraschung, dass sich homosexuelle Paare von diesem Aufruf angesprochen fühlen. Noch immer ist es ihnen nicht erlaubt, Kinder zu adoptieren. Nur schon der aktuelle Vorschlag des Bundesrates, gleichgeschlechtlichen Paaren die Adoption ihrer Stiefkinder zu erlauben, wird im Parlament umstritten sein. Die Kritiker befürchten, dass die traditionelle Familie an Stellenwert verliert. Die homosexuellen Paare nehmen also, was sie kriegen können, mehr gibt es für sie nicht. Sie werden ihre Aufgabe als Pflegeeltern mustergültig erfüllen, gerade weil sie sich in vielen Fällen schon lange eine Familie wünschen. Sie werden auch die Ungewissheit akzeptieren, wie lange das Pflegeverhältnis Bestand haben wird. Neben den Kindern und Pflegeeltern profitieren auch die Behörden: Sie übergeben die Vormundschaft in gute Hände.

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