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Sind Schweizer Banken nachlässig im Umgang mit Potentatengeldern?

Nach dem Sturz von arabischen Despoten häuften sich in der Schweiz die Verdachtsmeldungen wegen Geldwäscherei. Die Behörden loben sich und die Finanzbranche. Doch es gibt auch andere Meinungen und einen Finma-Bericht.

Vincenzo Capodici
Von Hosni Mubarak und seiner Entourage sind 410 Millionen Franken auf Schweizer Bankkonten blockiert. Rund 347 Milionen aus Ägypten stehen unter Geldwäschereiverdacht.
Von Hosni Mubarak und seiner Entourage sind 410 Millionen Franken auf Schweizer Bankkonten blockiert. Rund 347 Milionen aus Ägypten stehen unter Geldwäschereiverdacht.
AFP
Auf 60 Millionen Franken, die in der Schweiz deponiert sind, haben Zine al-Abidine Ben Ali und seine Leute keinen Zugriff. Mehr als 84 Millionen aus Tunesien stehen unter Geldwäschereiverdacht.
Auf 60 Millionen Franken, die in der Schweiz deponiert sind, haben Zine al-Abidine Ben Ali und seine Leute keinen Zugriff. Mehr als 84 Millionen aus Tunesien stehen unter Geldwäschereiverdacht.
Reuters
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Mit dem arabischen Frühling sind Gelder aus Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien plötzlich verdächtig geworden. Dies zeigt der Jahresbericht 2012 der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS). 135 Verdachtsmeldungen betreffen Personen aus den vier arabischen Ländern. Obwohl die Regimes in Tunis, Kairo, Tripolis und Damaskus im Jahr zuvor kaum weniger kriminell gewesen sein dürften, hatten Schweizer Banken und andere Finanzintermediäre damals bei der MROS keinen Fall mit Bezug zu Geldern von arabischen Potentaten und ihrer Entourage gemeldet. Dass im Jahr 2011 Verdachtsfälle gemeldet wurden, ist vor allem auf Sanktionen, insbesondere Kontosperren, zurückzuführen, die der Bundesrat im Laufe der politischen Umwälzungen in Nordafrika verfügt hatte.

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