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So ködert die Zementbranche Politiker

Zum Start der nächsten Session lädt der Zementverband anlässlich seiner Jahresversammlung einige Parlamentarier ins Hotel Bellevue in Bern. Doch damit nicht genug.

Hier lässt es sich gemütlich machen: Eine Suite im Bellevue.
Hier lässt es sich gemütlich machen: Eine Suite im Bellevue.
Facebook/Hotel Bellevue Palace

Just vor der Sommersession haben ausgewählte Parlamentarier erfreuliche Post vom Zementverband bekommen: Cemsuisse lädt die Politiker am 29. Mai 2017 zur Jahresversammlung ins noble Berner Hotel Bellevue ein und offeriert ihnen eine Übernachtung.

Politiker von links bis rechts reagieren verärgert auf die Einladung. «Wenn hier jemand Korruption ruft, kann ich nicht wirklich sagen, dass er danebenliegt», sagt SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel zu «SonntagsBlick». Und Doris Fiala von der FDP ergänzt, dass es längst bekannt sei, dass solche Einladungen rasch als «Bestechungsversuch oder ungute Machenschaften» interpretiert würden und daher zu Recht verpönt seien. Auch der Grünen-Nationalrat Bastian Girod findet an Politiker adressierte Einladungen von Interessenverbänden «schon sehr problematisch».

«Gesunder Menschenverstand»

Nicht so der Cemsuisse-Präsident und CVP-Ständerat Beat Vonlanthen. Er könne zwar nicht sagen, wie viele Politiker insgesamt eingeladen seien. Von den 100 Gästen seien aber maximal 20 Parlamentarier, so der Freiburger zu «SonntagsBlick».

Zudem würden Parlamentarier für die Unterbringung in Bern entschädigt. Daher könne er sich nicht vorstellen, dass sie sich die Hotelübernachtung bezahlen lassen, ergänzt Vonlanthen appellierend an den gesunden Menschenverstand seiner Kolleginnen und Kollegen.

Ob aber ein Gspändli von ihm tatsächlich auf das Angebot eingegangen ist, kann Vonlanthen nicht sagen. Sollte ein Parlamentarier eine Übernachtung in Anspruch nehmen, «müssten wir das anschauen, aber das ist für mich eine hypothetische Frage», so der Ständerat.

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