So stehen unsere Leser zur No-Billag-Initiative

Wollen Sie eine Schweiz ohne gebührenfinanziertes Radio und Fernsehen? Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat rund 4000 Personen befragt.

Gibt der SRG ein Gesicht: «Tagesschau»-Moderatorin Cornelia Boesch. Bild: SRF

Gibt der SRG ein Gesicht: «Tagesschau»-Moderatorin Cornelia Boesch. Bild: SRF Bild: Keystone

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Der «Tages-Anzeiger» berichtete vom Sturm auf die SRG, plötzlich wimmle es von SRG-Gegnern. Nun wollten wir von unseren Lesern wissen: Wollen Sie die SRG noch?

In den vergangenen zwei Wochen hat der TA online seine Leser dazu befragt, rund 4000 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt (siehe Kasten). Die Antwort zeigt, dass die SRG bei ihnen grossen Rückhalt geniesst: 58,3 Prozent der Teilnehmenden lehnen die No-Billag-Initiative «ganz klar» ab. Weitere 12,4 Prozent stimmen ebenfalls Nein, wenn auch halbherzig, weil sie in vielem nicht mit der SRG einverstanden seien. Macht 70,7 Prozent Stimmen für die SRG, gegen die No-Billag-Initiative.

Demgegenüber befürworten 25,4 Prozent der Umfrageteilnehmer die Initiative. Ihre Beweggründe sind: «Die SRG ist ein Riesenkonzern geworden, das Monopol muss durchbrochen werden» (50 Prozent), «Die Gebühr ist mir einfach zu teuer, ob es nun 451 oder 365 Franken sind» (45,7 Prozent) und «Die SRG kommt ihrem Service-public-Auftrag nicht mehr nach» (26,6 Prozent).

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer, welche die Initiative ablehnen, tut dies aus folgenden Gründen: «Der Angriff auf die SRG ist politisch motiviert, man muss sich diesen Kräften entgegensetzen» (51,3 Prozent), «Ich bin mit der Leistung der SRG zufrieden» (23,7 Prozent) und «Von den Gebühren profitiert nicht nur die SRG, deshalb bin ich für den Erhalt» (20,9 Prozent).

Mit dem Angebot der SRG ist die grosse Mehrheit der Befragten einverstanden. 79,6 Prozent beurteilen dieses als gut oder sehr gut. 13,6 Prozent finden es lediglich genügend, für 6,8 Prozent ist es ungenügend.

Berichterstattung: objektiv

Viele SRG-Kritiker monieren, das Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei nicht objektiv, es sei zu linkslastig und grenze unliebsame politische Meinungen (also jene der SVP) aus. Die Teilnehmer der TA-Umfrage sehen es anders: 77,8 Prozent von ihnen beurteilen die SRG als objektiv, lediglich 18,1 Prozent sehen sie als zu links.

Übrigens haben wir diese Frage unseren Lesern schon vor gut zwei Jahren gestellt. Damals, im Mai 2015, beurteilten 64,5 Prozent der Befragten die SRG als objektiv. Diesmal waren es deutlich mehr (bei weniger Umfrageteilnehmern). 30,1 Prozent nannten die SRG damals «zu links».

Wie viele Sender dürfen es sein?

Hier haben die Befragten sehr ähnlich gestimmt wie vor zweieinhalb Jahren. Es bestand die Wahl zwischen drei Sendern (Status quo), zwei oder einem Sender für die Deutschschweiz. Fast die Hälfte finden: so wie heute. Ein knappes Drittel will zwei, ein gutes Zehntel will nur einen.

Bei der Frage nach der Gebührenhöhe waren die Umfrageteilnehmer diesmal etwas toleranter. Ein gutes Drittel gab sich bereit, bis zu 400 Franken pro Jahr für Radio und Fernsehen zu bezahlen. Im Mai 2015 stimmten die meisten für 200 Franken.

Relevant ist wohl letztlich die alles entscheidende Frage: Wünschen Sie sich eine Schweiz ohne SRG-Sender? Im Mai 2015 sagten 89,9 Prozent: Nein. Heute sagen 92 Prozent Nein. Ein klares Verdikt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.11.2017, 14:38 Uhr

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Umfrage

An der nicht repräsentativen Umfrage des TA online haben sich innerhalb von zwei Wochen rund 4000 Personen beteiligt. Die Teilnehmer sind laut Selbstdeklaration zu 75 Prozent männlich, die Hälfte von ihnen lebt in der Stadt, je ein Viertel in der Agglomeration und auf dem Land. Ein Drittel der Befragten gibt an, SP zu wählen, rund 8 Prozent geben sich als SVP-Wähler aus, 15,7 Prozent als FDP- und 11,2 Prozent als GLP-Wähler. Der Datensatz wurde auf allfällige Manipulationsversuche hin untersucht. (bl)

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