Sollen Renten 13 Mal im Jahr ausbezahlt werden?

Der Gewerkschaftsbund beschliesst die Volksinitiative für 13. AHV-Rente. Sie soll das Rentenproblem entschärfen.

Tabuthema: Immer mehr Menschen in der Schweiz sind im Alter von Armut betroffen. (Symbolbild) Foto: Christian Beutler/Keystone

Tabuthema: Immer mehr Menschen in der Schweiz sind im Alter von Armut betroffen. (Symbolbild) Foto: Christian Beutler/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) haben an ihrer Versammlung am Freitag in Bern eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente beschlossen. Den Beginn der Unterschriftensammlung wird der SGB-Vorstand festlegen.

Die Initiative sei die Antwort der Gewerkschaften auf das immer deutlich sichtbar werdende Rentenproblem, heisst es in einer Medienmitteilung. Die Renten der Pensionskassen sänken seit Jahren, obwohl die Berufstätigen immer höhere Beiträge in ihre Pensionskasse einzahlten.

Besonders problematisch sei die Rentensituation der Frauen: Sofern sie überhaupt eine Pensionskassen-Rente erhielten, sei diese durchschnittlich nur halb so hoch wie jene der Männer.

Die Renten seien bereits erschreckend tief. Die Hälfte aller, die 2017 in Rente gingen, müssten mit weniger als 3600 Franken pro Monat über die Runden kommen (AHV Pensionskassen-Rente zusammen).

Erhöhung der Renten um 8,33 Prozent

Deshalb brauche es eine 13. AHV-Rente, so wie es für viele einen 13. Monatslohn gebe. Das sei auf eine monatliche Auszahlung gerechnet eine Erhöhung der Renten um 8,33 Prozent. Aufgrund der ausgleichenden Eigenschaft der AHV profitierten die tiefen und mittleren Einkommen so am meisten. Die Initiative sieht ausserdem vor, dass auch Bezüger von Ergänzungsleistungen von der 13. Monatsrente profitieren sollen.

Die SGB-Delegierten haben zudem beschlossen, dass die Gewinne der Schweizerischen Nationalbank zur Finanzierung der AHV herangezogen werden sollen. Im Parlament soll auf entsprechende Mehrheiten hingearbeitet werden. Sollte der parlamentarische Weg scheitern, werde der SGB die Lancierung einer Initiative zu dieser Frage prüfen.


So gross wird die Rentenlücke Wie viel Geld werden Pensionierte künftig zur Verfügung haben? Neue Berechnungen zeigen, wer im Alter mit Einbussen rechnen muss.


(sda)

Erstellt: 15.11.2019, 14:26 Uhr

Artikel zum Thema

Viele Frauen können von ihrer Rente nicht leben

Pensionskassen, die Personen in typischen Frauenberufen versichern, zahlen sehr kleine Renten aus. Das zeigt eine Erhebung des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes.   Mehr...

Renten schrumpfen rasanter als erwartet

AHV und PK sollten 60 Prozent des früheren Lohns ersetzen. Nun haben Experten berechnet, wie viel es in Wirklichkeit noch ist. Mehr...

Düstere AHV-Prognosen

Neue Zahlen zeigen, wie gross das Defizit im Jahr 2045 sein dürfte. Demnach müssten wir bald bis 69 arbeiten. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Kommentare

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Zum Anbeissen: Dieser Eisfischer in Peking versucht sein Glück mit mehreren Angeln. (7. Dezember 2019)
(Bild: Ma Wenxiao (VCG/Getty Images)) Mehr...