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Sommaruga will Frau-Mann-Lohngleichheit erzwingen

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Was klar scheint, ist zwischen Männern und Frauen noch immer nicht Tatsache. Nun plant die Justizministerin staatliche Kontrollen. Kommt also bald die Lohnpolizei?

Am 15. November tritt Simonetta Sommaruga am Frauenkongress des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes auf. Von der SP-Bundesrätin und Justizministerin erwarten die Gewerkschaftsfrauen, dass sie staatliche Zwangsmassnahmen gegen Lohndiskriminierung von Frauen propagiert. Sommaruga dürfte dem Wunsch nachkommen. Für eine sozialdemokratische Bundesrätin ist es parteipolitische Pflicht und ein Gebot des Prestiges, für Lohngleichheit zu kämpfen.

Der Auftritt ist kein Zufall. Im Dezember fällt der Entscheid, wie es mit dem «Lohngleichheitsdialog» weitergehen soll. Bei diesem Projekt, das der Bund und die Sozialpartner 2009 gemeinsam gestartet haben, können Firmen freiwillig ihr Lohnsystem überprüfen lassen und allfällige Diskriminierungen beseitigen. Der auf fünf Jahre angelegte «Dialog» läuft im nächsten Februar ab, doch schon jetzt steht fest: Das formulierte Ziel, hundert Firmen für eine Lohnüberprüfung zu gewinnen, wird bei weitem nicht erreicht. Erst vierzig Unternehmen haben sich bisher angemeldet; zieht man Staatsbetriebe, staatsnahe Institutionen, Verbände und Gewerkschaften ab, sind es nur rund zwanzig.

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