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Sommaruga will Roaming-Trick verbieten

Weil sie aufrunden, verrechneten Schweizer Telecomanbieter bis zu 120 Millionen Franken jährlich zu viel für Roaming. Damit soll jetzt Schluss sein.

Die Telekomfirmen verrechnen den Kunden deutlich mehr Gesprächsminuten, als sie effektiv nutzen: Sommaruga will dem ein Ende bereiten. (Alexandra Wey/Keystone/7. September 2019)
Die Telekomfirmen verrechnen den Kunden deutlich mehr Gesprächsminuten, als sie effektiv nutzen: Sommaruga will dem ein Ende bereiten. (Alexandra Wey/Keystone/7. September 2019)

Der Bundesrat will Telekomfirmen dazu verpflichten, bei Anrufen vom oder ins Ausland künftig sekundengenau abzurechnen. Damit solle die bisherige Verrechnungspraxis beim Roaming unterbunden werden, bei der Handynutzer jährlich bis zu 120 Millionen Franken zu viel bezahlen würden, berichtet die «NZZ am Sonntag».

Bisher runden die Anbieter beim Abrechnen die Länge der Telefongespräche jeweils auf die nächste Minute und das Datenvolumen auf eine höhere Einheit von Bytes auf.

22 bis 32 Prozent zu viel verrechnet

Die Kunden sollen zusätzlich zu den ohnehin schon hohen Roaming-Tarifen «nicht auch noch Minuten und Datenvolumen bezahlen, die sie nicht konsumiert haben», teilte das Departement von Medienministerin Simonetta Sommaruga (SP) der Zeitung mit. Wie neue Zahlen zeigen, haben die Telekomfirmen ihren Kunden im letzten Jahr zwischen 22 und 32 Prozent mehr Gesprächsminuten verrechnet, als sie effektiv genutzt haben.

Dadurch fielen die Rechnungen um fast 69 Millionen Franken zu teuer aus. In den Vorjahren war diese Summe mit 94, 95 und 120 Millionen höher. Bei den Telekomunternehmen löst die Verpflichtung dem Bericht zufolge wenig Freude aus. Für den Konsumentenschutz ist der Schritt indes überfällig. Geschäftsleiterin Sara Stalder forderte, dass dieselben Regeln auch für Anrufe im Inland eingeführt werden.

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