Zum Hauptinhalt springen

«Spontane Matchbesuche werden künftig kaum mehr möglich sein»

Der Bund will mit harter Hand gegen randalierende Fussballfans vorgehen: Der Direktor des Bundesamts für Sport fordert eine Ausweispflicht vor den Stadien und das Verbot von Fahnen und Petarden.

Vermummte GC-Fans provozieren mit bemalten FCZ-Fahnen. Das Spiel wurde nach der 77. Minute wegen heftigen Krawallen im Stadion abgebrochen. (2. Oktober 2011)
Vermummte GC-Fans provozieren mit bemalten FCZ-Fahnen. Das Spiel wurde nach der 77. Minute wegen heftigen Krawallen im Stadion abgebrochen. (2. Oktober 2011)
Keystone
Eine Petarde landet unter den GC-Fans. (2. Oktober 2011)
Eine Petarde landet unter den GC-Fans. (2. Oktober 2011)
Keystone
FCZ-Fans klettern durch ein Schlupfloch. (2. Oktober 2011)
FCZ-Fans klettern durch ein Schlupfloch. (2. Oktober 2011)
Keystone
1 / 6

Das Bundesamt für Sport (Baspo) plant rigorose Massnahmen gegen Hooligans. «Feuerwerkskörper etwa müssen verboten werden», sagt Baspo-Direktor Matthias Remund im Interview mit der Zeitung «Sonntag». «Sie werden als Waffen benutzt. Das hat sich in Zürich einmal mehr gezeigt.» Wenn sich die Situation in den Stadien nicht bessere, soll eine Ausweispflicht durchgesetzt werden, verlangt Remund. «Auch im Ausgang muss man sich für den Besuch gewisser Lokale ausweisen. Weshalb in den Stadien nicht?»

Offenbar gibt es Bemühungen, dass die Identität von Fans geprüft wird – mittels ID, die in Verbindung mit dem Matchticket erfasst werden soll. «Entsprechende Abklärungen laufen», sagt Remund. «Traurig daran ist, dass man in Zukunft wohl zwei Stunden vor einem Spiel beim Stadion sein muss, ähnlich wie am Flughafen. Spontane Machtbesuche werden kaum mehr möglich sein.»

Weiter verlangt der Baspo-Direktor ein Verbot von Fahnen im Stadion. «Wenn sich Fans zu oft unter ihren Fahnen verstecken, muss man diese verbieten.» Heute fehle die Verhältnismässigkeit in den Stadien. «Selbst wenn ich Durst habe, darf ich keine Mineralwasserflasche ins Stadion mitnehmen. Fahnenstangen aber, die als Waffe benutzt werden können, sind erlaubt.»

Keller-Sutter verlangt Sonderzüge für Fans

Massnahmen fordert auch die St. Galler Regierungsrätin und Präsidentin der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren Karin Keller-Sutter. Gleich in drei Sonntagsblättern legt sie ihre Haltung dar. Es werde wohl nicht anders gehen, als gewisse Massnahmen gegen den Willen der Klubs und der Liga durchzusetzen, sagt sie im «Sonntag». Unter anderem sollen Fans in separate Züge gesteckt werden.

Kombi-Tickets für Anreise und Match würden die Überwachung der Fans erleichtern, erklärt die St. Galler Justizdirektorin in der «NZZ am Sonntag». Zudem macht sie sich für Schnellrichter gegen Hooligans und Eingreifpolizisten im Land stark. Letztere sollen Gewalttäter bei Fussballspielen eruieren und ihre Taten auf Papier und Video dokumentieren. In St. Gallen ist dies bereits heute schon Praxis.

Gleichzeitig lehnt Keller-Sutter die Forderungen des Schweizer Fussballverbands nach Polizeipräsenz in den Stadien ab. «Wir haben schlicht nicht die Ressourcen dafür. Ausserdem fehlen landesweit ohnehin bereits 1500 Polizisten», sagt die FDP-Politikerin in der «SonntagsZeitung». Die Clubs müssten bereit sein, sich mit ihren eigenen Gruppierungen anzulegen. «Bis jetzt ist man bei Protest aus den Fankurven immer wieder zurückgekrebst.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch