SRG: Frauenförderung wird zur Chefsache

Gleichstellung wird in der Unternehmensstrategie verankert.

Das erklärte Ziel sei die Ausgewogenheit, sagt die stellvertretende Generaldirektorin Ladina Heimgartner. <nobr>Fotos: Keystone</nobr>

Das erklärte Ziel sei die Ausgewogenheit, sagt die stellvertretende Generaldirektorin Ladina Heimgartner. Fotos: Keystone

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Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) erweitert ihre Unternehmensstrategie und wird darin die Punkte «Gleichstellung» und «Diversität» aufnehmen. Der entsprechende Beschluss wurde Ende August gefasst und soll den SRG-Mitarbeitenden im Oktober detailliert kommuniziert werden. Die Förderung von Frauen und Angehörigen von Minderheiten wird damit zur Priorität.

«Unser Land ist geprägt von gesellschaftlicher Vielfalt, und entsprechend möchten wir diese im Unternehmen, aber auch in den Programmen, adäquat abbilden», sagt Ladina Heimgartner, stellvertretende Generaldirektorin der SRG. Bei der SRG, dem Trägerverein des öffentlichen Medienhauses SRF, sind heute zu 57 Prozent Männer und 43 Prozent Frauen beschäftigt. Im Kader beträgt der Anteil an Frauen allerdings nur 29 Prozent.

Ladina Heimgartner bezeichnet diese Aufteilung als «recht gut», das erklärte Ziel sei jetzt jedoch «die Ausgewogenheit, und entsprechend möchte die SRG gezielt Massnahmen einleiten». Im Zentrum der Massnahmen sollen laut Heimgartner die Rekrutierung, die Förderung oder auch die Life Balance stehen. Fortschritte sollen konsequent gemessen und publiziert werden.

«Medien müssen Leuchttürme sein»: Susanne Wille, Moderatorin und Leiterin des Steuerungs- und Qualitätsboards im SRF-Newsroom.

Bei der Laufbahnförderung und der Chancengleichheit gebe es noch Aufholbedarf, sagt Susanne Wille, Moderatorin bei «10vor10» und Leiterin des Steuerungs- und Qualitätsboards im SRF-Newsroom: «Deshalb haben wir definiert, was passieren muss, damit das System fairer wird: zum Beispiel, dass Stellen nicht mehr nur für 100 Prozent ausgeschrieben werden sollen.»

Als vierte Gewalt würden sich Medien das Recht herausnehmen, die Macht zu hinterfragen und kritisch hinzuschauen, sagt Wille: Deshalb müssten sie in Fragen der Gleichstellung und des Sexismus Vorbildfunktion einnehmen: «Sie müssen Leuchttürme sein. Sonst setzen wir uns dem Vorwurf aus, scheinheilig zu sein.» Dass die SRG-Geschäftsleitung nun Gleichstellung und Diversität zum Teil des Selbstverständnisses des Unternehmens mache, werde «die Spielregeln verändern», ist Wille überzeugt.

Auf Einladung von Tamedia hat Susanne Wille gemeinsam mit der My-Sports-Programmchefin Steffi Buchli, der Tamedia-Redaktorin Tina Huber und dem freien Journalisten Alain Gfeller über den alltäglichen Sexismus im Journalismus diskutiert: welchen Beleidigungen Frauen ausgesetzt sind und wie sie sich dagegen wehren können.

Die gesamte Debatte zu Sexismus in der Medienbranche samt neuen Umfrage-Zahlen finden Sie morgen hier:

Erstellt: 13.09.2019, 19:15 Uhr

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