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Ständerat gibt Wolf zum Abschuss frei

In der Schweiz sollen Jäger den Wolf wieder aufs Korn nehmen dürfen. Moritz Leuenberger plädiert gegen die Motion.

Gab bereits einmal einen Wolf zum Abschuss frei: Der Walliser Regierungsrat Jean-René Fournier.
Gab bereits einmal einen Wolf zum Abschuss frei: Der Walliser Regierungsrat Jean-René Fournier.

Der Ständerat hat gegen den Willen des Bundesrats einer Motion zugestimmt, die eine Aufhebung des Schutzes für den Wolf fordert. So soll der Bundesrat gegenüber dem europäischen Übereinkommen zum Schutz von Wildtieren, der sogenannten Berner Konvention, einen entsprechenden Vorbehalt anmelden.

Motionär Jean-René Fournier (CVP/VS), der als Walliser Regierungsrat einen gefrässigen Wolf zum Abschuss freigegeben und danach ausgestopft in sein Büro gestellt hatte, zeichnete ein schwarzes Bild über das Treiben der Wölfe in der Schweiz.

Meuten statt Einzeltiere

Heute seien in der Schweiz nicht mehr vereinzelt Wölfe unterwegs, heute seien es bereits Meuten. Pro Jahr verzehre eine solche Meute 15 bis 20 Tonnen Fleisch. Mit diesen Raubzügen sorgten sie vor allem in den Berggebieten für viel Schaden.

So habe die Präsenz des Wolfes die Bedingungen für die Viehwirtschaft erschwert und verteuert. Mancherorts werde deswegen darüber diskutiert, die Alpbewirtschaftung aufzugeben. Nichts nützen würden auch die teuren Schutzmassnahmen, die zudem wegen aggressiver Herdenhunde in Konflikt mit dem Tourismus stünden.

Fournier wurde in seinem Begehren von mehreren Vertretern der Bergkantone unterstützt. Das Überleben des Wolfes sei heute in Europa nicht mehr gefährdet. Deshalb brauche es in der Schweiz den Schutz nicht.

«Übertriebene» Voten

Als einziger Vertreter eines Bergkantons mit Wolfspräsenz widersprach der Tessiner Dick Marty, der die emotionalen Voten als übertrieben abtat. Sie beträfen ein scheues Tier, das hierzulande wenig zahlreich vorkomme.

Auch Bundesrat Moritz Leuenberger plädierte gegen die Motion. Er teile deren Stossrichtung. Der Bundesrat habe die Stimmen der Betroffenen gehört und ernst genommen, sagte er mit Verweis auf das mit den Kantonen neu ausgehandelte Konzept über den erleichterten Abschuss von Wölfen, die viele Nutztiere rissen.

Ihn störe an der Motion, dass sie eine Kündigung der Berner Konvention fordere, falls der Vorbehalt nicht akzeptiert werde. Durch die Konvention würden nämlich noch andere Tiere geschützt. Damit drang Leuenberger nicht durch. Die kleine Kammer hiess den Vorstoss mit 18 zu 13 gut. Als nächstes muss sich der Nationalrat der Motion annehmen.

SDA/mrs

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